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Artikel aus der BZ vom 28.02.2017:

Sonniges MaFu - Hei

Bestes Wetter sorgte für einen ausgelassenen Heitersheimer Umzug.

  1. Der Polizist marschiert vorm Musikverein Heitersheim.  Foto: Martin Pfefferle

Bei schönstem Wetter ist der Rosenmontagsumzug in Heitersheim über die Bühne gegangen. Die Hunderten von Narren strahlten mit den Tausenden Zuschauern und der Sonne um die Wette. Nachdem der Polizist traditionell an der Spitze des Umzugs hinter einer Reiterstaffel für die närrische Ordnung gesorgt hatte, komplettierten Musikverein, Prinzengarde und Prinzenpaar das erste einheimische Paket.

Tatsächlich war ein Großteil der Gruppen aus Heitersheim. Aber auch aus der weiteren Umgebung kamen zahlreiche Gruppen, die den mehr als 3000 Besuchern des Umzugs einheizten. Gleich mehrere Guggenmusiken waren mit am Start. Im Mittelpunkt standen dabei selbstredend die Strauschoeh-Schlurbi aus Heitersheim. Sie waren es auch, die nach dem Umzug zum Guggen-Digestif entsprechend dem Apero auf den brechend vollen Lindenplatz luden und ein paar Kostproben ihres rhythmusgestählten Könnens gaben. Bis in die Nacht hinein feierten Tausende Fasnächtler im Heitersheimer Zentrum noch weiter.

Weitere Fotos auf http://www.badische-zeitung.de


Artikel aus der BZ vom 20.02.2017:

Malteserfunken glänzen in Prunksitzungen

Die Malteserfunken Heitersheim präsentierten in zwei ausverkauften Prunksitzungen eine fulminante Renaissance ehemaliger Narren und brandaktuelle Programmpunkte.

  1. Verpatzter Eiertest im Römerkeller: Der Küchenchef (Markus Lukau) sieht das Geflügel als Hühnerfrikassee enden.  Foto: Model

  2. Hans Höfler kehrte mit einer brillanten Rede als Glanzpunkt des Abends zurück in die Bütt der Malteserfunken.  Foto: Model

Nach fünfeinhalb Stunden endete die erste von zwei Jubiläumsprunksitzungen der Malteserfunken in einem Luftschlangenfinale. Das Programm – so abwechslungsreich wie die Geschichte der 66 Jahre alten Narrentradition. Rund 20 ehemalige Prinzenpaare hatten sich schon eine Stunde vorher bei einem Sektempfang auf die Geburtstagfeier eingestimmt. Und das närrische Volk bescherte zweimal eine ausverkaufte Malteserhalle.

Bürgermeister Martin Löffler fühlte zwar seine Pünktlichkeit überprüft, multiplizierte aber dennoch die 66 dreifach kräftig zu einem Jubelscheck. Auch der Prinz mit rheinischen Wurzeln hatte zu kämpfen. Das Alemannisch des aktiven Hexers lässt zu wünschen übrig. Also musste die Prinzessin als versiertes Ex-Garde-Maidli dolmetschen. Die Garde glänzte nach 30 Jahren mit neuen Uniformen. Beim zweiten Auftritt führten sie mit Schirm und Charme einen Freudentanz auf: "It‘s raining Men". In knallengen Jeans ertanzten sie sich "Some love" beim Publikum. Als Rächer aller Kassenansteher entpuppte sich Badgumper Martin Isele, der im Supermarkt stets am falschen Band wartet. Als Flaschen mit der Malteserfunken-Motto-Post vergangener Jahre und musikalischen Meeres-Quallen spülte es den Intermezzo-Chor aus dem Sulzbach in die Malteserhalle. Krake Paul orakelte die nächsten Jubiläumsideen. Dabei spielten Rentenalter, höhere Mathematik und erotische Zahlen wichtige Rollen. Ein Vorgeschmack auf den "Hafekäs"-Sängerball am nächsten Sonntag.

Mit Fragen und Schnäpsen entlarvten die Haus- und Hofschafe Lisa Ludigkeit und Kerstin Hagenbach Abgründe im Vorleben des Prinzenpaares. Die "Gumsle" (Schriftdeutsch: nervige, unordentliche, zweifelhafte Frauen), bastelten sich als Jubiläumsgag fesche, willige Männerpuppen mit bekannten Gesichtern und legten mit den "alten Kameraden" eine kesse Sohle aufs Parkett. Einige ehemalige Prinzessinnen vermissten wehmütig die alte Festhalle, wo man spontan agierte und keinen Soundcheck brauchte. Dass sie immer noch auf die Pauke hauen, bewiesen sie im Chor mit den Vorsängerinnen Marlies Löffler und Anita Küchlin. Ihre Lieblichkeit Nina I. grüßten sie mit dem "Klubb3"-Song: "Du schaffst das schon".

Einem ortsbekannten verschollenen Hahn und seinen drei Hennen war der Elferrat auf der Spur. Wegen nachbarschaftlicher Beschwerden suchten sie ein neues Zuhause, doch "das Wandern war der Hühner Frust". Ihr Kirchenasyl scheiterte an der Kugelkäferplage im Pfarrhaus. Im Römerkeller versagten sie beim Eiertest. Und aus dem Zähringer Ei-rotik-Shop wurde nichts, weil ihre Federn nicht schwer entflammbar und die Miete nicht gesichert war. Am Ende bot die Elfer-Grill-Scheune halbe Hähnchen für 6,66 Euro an. Die männlichen Hexen hielt das nicht von einer Hommage an den Prinzen ab. Mit weißen Masken rockten sie die Bühne. In Skelett-Kostümen entführten die Hexen-Damen tanzend in die Totenwelt.

Mit einem Bühnen-Rollator wurde Narren-Veteran Hans Höfler von zwei Krankenschwestern in die Bütt gekarrt. Dort lebte er auf, wenn auch zunächst mit alten Versen von 1957: "Ich grüße die Hausmeister am Elektroschalter, de Fischer Heinz un de Donner Walter." Schnell landete er in der Realität: "Ja, hit isch alles anderscht, aber alles isch nit, Mensch, freher war des ä scheeni Zitt." Kinderkriegen, Kunst, Kirche und Kommunalpolitik bekamen ihr Fett ab: "Un die größten Sünder, die es hat, die schaffe scho immer bei de Stadt." Nach kurzer Verschnaufpause, in der die "Golden Girls" über die Bretter fegten, hatte Höfler Visionen: "Ja, freher, anne 2017, hemma nur 6000 Iwohner g’ha, ’s war kum de wert, aber do het Mülle un Neueburg no nit zu Heitersche g’hert." Das begeisterte Publikum dankte mit stehenden Ovationen für diesen Vortrag par excellence.

In der Abschlussarbeit zum Bachelor of Fasnet hatte Philipp Müller das älteste Häs der 13 Straumänner untersucht, ihren Intelligenzquotienten, den Promilleabbau, die Körperzusammensetzung und das unschlagbare Attraktivitätsniveau getestet. Mit vollem Körpereinsatz wurden danach Pyramiden gebaut. Der Musikverein tuschte sich fit und machte bei den Jungfunken weiter. Die "beamten" sich in die Vergangenheit, bemühten die Glaskugel, die eine große Straße mit Kreiseln prophezeite, zeigten Haut und besondere Neigungen, machten Musik auf ungewöhnlichen Instrumenten und ließen Pfarrer Eisele aus dem Nähkästchen plaudern. So kennt man sie: Extra und leicht chaotisch kurz vor dem Finale Grande.

Artikel aus der BZ vom 01.03.2016:

 Irritationen über BZ-Artikel

Stadt und Malteserfunken.

HEITERSHEIM. In einer gemeinsamen Erklärung nehmen Bürgermeister Martin Löffler und der Vorsitzende der Malteserfunken, Markus Lukau, wie folgt Stellung zum Artikel in der Montagsausgabe der BZ "Beeindruckendes Funkenfeuer":

"Der letzte Absatz des Berichtes in der BZ hat sowohl bei den Verantwortlichen der Malteserfunken als auch bei der Stadt Heitersheim für Irritationen gesorgt. Leider hat die Verfasserin des Artikels versäumt, über ihre "Fragen zum Jubiläumsauftakt" mit den Verantwortlichen bei den Malteserfunken oder mit den Vertretern der Stadt zu sprechen und war offenkundig nur einseitig informiert. Es ist aus Sicht der Stadt Heitersheim und der Malteserfunken Heitersheim e.V. bedauerlich, dass die Berichterstattung über die überaus gelungene und gut organisierte Veranstaltung dadurch in den Hintergrund gerückt wurde.

Veranstalter der Funkenverbrennung und des Festes selbst waren die Malteserfunken Heitersheim e.V., schon deshalb hat die Stadt keine offiziellen Einladungen versenden können.

Auch die Malteserfunken Heitersheim e.V. haben keinerlei offiziellen und persönlichen Einladungen, weder an Ehrenbürger oder Bürgermeister, noch an Gemeinderäte zu dieser Veranstaltung verschickt. Dies hätte auch nicht zum Charakter dieser Veranstaltung gepasst. Die Veranstaltung war stattdessen mehrfach und überregional öffentlich angekündigt – es war also die gesamte Öffentlichkeit eingeladen.

Dass die Stadt zu einem ’Festessen’ eingeladen habe und dabei versäumt habe Alt-Bürgermeister Jürgen Ehret einzuladen entspricht nicht den Tatsachen.

Richtig ist, dass die Stadt ohne jeden offiziellen Charakter die Hauptakteure der beteiligten Vereine nach der Funkenverbrennung zu einem Imbiss in die Villa artis eingeladen hat. Es gab dabei weder Festreden noch Grußworte, und es hielten sich auch noch zahlreiche weitere Gäste in der Villa artis auf."

Die Stadt Heitersheim weist in diesem Zusammenhang auf den weiteren Fahrplan des Städtpartnerschaftsjubiläums hin: Am 18. Juni findet die offizielle Festveranstaltung in Vandans statt. Dabei wird es auch Auftritte des Heitersheimer Chores Intermezzo und Musikverein Heitersheim e.V. geben. Am Samstag, 27. August, wird der offizielle Festakt der Stadt Heitersheim stattfinden, bei dem die Trachtengruppe Vandans und die Harmoniemusik Vandans auftreten werden.

"Zu beiden offiziellen Veranstaltungen wird es selbstverständlich auch persönliche Einladungen an die Gemeinderäte der Gemeinden Vandans und Heitersheim und an die Ehrenbürger der Stadt Heitersheim geben", heißt es vonseiten der Stadt Heitersheim.

Artikel aus der BZ vom 29.02.2016:

Beeindruckendes Funkenfeuer

Ereignis lockte Tausende an / Jubiläumsauftakt wirft Fragen auf.

  1. Ein gigantisches Funkenfeuer inszenierten die Malteserfunken Heitersheim und die Funkenzunft aus Vandans für einige tausend Zuschauer beim Römermuseum Villa urbana. Grund dafür war der Start ins Jubiläumsjahr der seit 25 Jahren bestehenden Partnerschaft zwischen beiden Gemeinden. Foto: Sabine Model

  2.  

HEITERSHEIM. Chapeau! Die Malteserfunken Heitersheim und die Funkenzunft Vandans inszenierten ein riesiges Funkenfeuer beim Römermuseum Villa urbana. Eingeläutet wurde damit auf Wunsch der Stadt das Jubiläumsjahr der herzlichen deutsch-österreichischen Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden, die vor 25 Jahren urkundlich dokumentiert wurde.

Die Region erlebte diese Montafoner Tradition 2007 zum ersten Mal anlässlich der zehnjährigen Freundschaft zwischen den Zünften. Auch dieses Mal wurde das Großereignis zum Ziel einiger tausend Schaulustiger. Und wieder war es ein gewaltiger logistischer Kraftakt, den Malteserfunkenpräsident Markus Lukau und sein Team zusammen mit dem Funkenobmann Markus Pfefferkorn im Vorfeld zu bewältigen hatte. Orientieren konnten sie sich an den Erfahrungen ihrer Vorgänger Siegfried Guckert und Werner Enzenhofer, die diesmal als Gäste dabei sein durften. Von Freitagmorgen bis Samstagmittag dauerte allein der Aufbau des rund 14 Meter hohen Funken, für den Funkenmeister Manuel Föger gut 20 Ster Fichtenholz kunstvoll um einen Tannenstamm schichtete. Der Montafoner Funken ist ein symbolträchtiger Frühlingsbrauch aus vorchristlicher Zeit. Das Feuer soll die Dämonen des Winters vertreiben.

DRK und Feuerwehr wurden in Bewegung gesetzt, um die Unterbringung und Verpflegung der angereisten Freunde aus Vorarlberg sowie die Sicherheit und den gastronomischen Ablauf der Großveranstaltung zu gewährleisten. Wer schon um 17 Uhr kam, brauchte Geduld und warme Kleidung. Ablenkung bot eine Drohne, die den Funken umkreiste und gegen 18.30 Uhr ein erster kleiner Holzstapel, der abgebrannt wurde. Dann hörte man die Klänge der Harmoniemusik Vandans, die sich mit der Funkenzunft sowie der Sing- und Trachtentanzgruppe mit Fackeln den Weg durch die Menschenmenge zur Villa urbana bahnte. Mit "Jöri, jöri hoo" und "Mafu-Hei" gaben Markus Pfefferkorn und Markus Lukau den Startschuss. Werner Enzenhofer erinnerte daran, dass die beiden Narrenzünfte ihre "Liebe auf den ersten Blick" 1997 in der Heitersheimer Prunksitzung manifestierten. 2017 steigt das "Zwanzigjährige".

Um 19.30 Uhr war der Fackeltanz der Paare in schmucker Montafoner Tracht ein erster Blickfang. Ihnen folgten die Fackelschwinger, die feurige Büschel spektakulär durch die Luft kreisen ließen. Dann entzündete das Heitersheimer Prinzenpaar den Funken an einem vorbereiteten dieselgetränkten Holzwolle-Kranz. Angefacht durch den Ostwind, züngelten die Flammen rasch Richtung Hexenpuppe. Gute zehn Minuten später war sie vom Feuer erfasst. Die Menschen hielten den Atem an. Bürgermeister Martin Löffler hatte verkündet: "Es muss knallen. Sonst bringt das Unglück." Die Explosion der Hexe war dann Schrecksekunde und Erleichterung zugleich. Kurz darauf brach der ganze Funken eindrucksvoll zusammen. Der Funkenflug, der den Himmel erhellte, schlug einige Zuschauer in die "Flucht". Denn so mancher synthetische Stoff zeigte Spuren. Sei’s drum – dabei zu sein, hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Befeuert fühlte sich auch Elferrat Peter Kaltenbach von dem außergewöhnlichen Schauspiel. Auf der Ehrentribüne hielt er vor malerischer Kulisse und unzähligen Zeugen um die Hand seiner Freundin an. Während an verschiedenen Stellen Feuer abfackelten, eilten einige durchgefroren nach Hause, andere in das große Festzelt zum Nachfeiern. Die ganz Feurigen widmeten sich dem Scheibenschlagen. Eigentlich gehört zum Funkenprogramm - wie auch 2009 – ein Feuerwerk. Diesmal scheiterte es, wie man hörte, an pyrotechnischen Auflagen. Dem außergewöhnlichen Volksfest tat das keinen Abbruch.

Kenner der Partnerschaftsgeschichte waren dennoch leicht befremdet. Durch Zufall wurden die beiden Orte 1958 zusammengeschmiedet. Es entwickelte sich eine enge Freundschaft, die unter den Bürgermeistern Burkhardt Wachter und Jürgen Ehret fortgesetzt und 1991 offiziell besiegelt wurde. Doch bei der "Silberhochzeit" waren die beiden noch immer eng verbundenen Protagonisten von einst nicht dabei. Weder beim Funken, noch beim anschließenden Festessen. Dazu bat Bürgermeister Martin Löffler einige handverlesene Ehrengäste in die Villa artis. Sein Vorgänger Jürgen Ehret stand nicht auf der Liste. Der amtierende Bürgermeister Burkhardt Wachter reiste gar nicht erst an. Ob das peinliche Gerangel um seine abgelehnte Ehrenbürgerwürde Zweifel an der neuen Heitersheimer Wertschätzungskultur geschürt hat, blieb ungeklärt. Schade war’s allemal. Aber das Gegenfest in Vandans steht ja noch aus.

Artikel aus der BZ vom 22.01.2016:

Warten auf den Funken

Die Heitersheimer Malteserfunken steuern den Höhepunkten ihrer närrischen Kampagne 2016 entgegen.

  1. Für Ende Februar ist das Entfachen des Funkenfeuers geplant. Foto: Model

 

HEITERSHEIM. Närrisch unterwegs sind die Malteserfunken schon seit dem 11.11. – mit weihnachtlicher Unterbrechung. Jetzt hat die heiße Phase begonnen. Das Prinzenpaar ist inthronisiert, das Kinderprinzenpaar gekrönt. Mit dem Verkauf der Funkenblitzpost geht am 23. Januar der Spaß weiter. Zwei Prunksitzungen, Rathausstürmung und Rosenmontagsumzug gehören zu den Highlights. Doch 2016 gehen die Malteserfunken nach Aschermittwoch in die närrische Verlängerung. Am 27. Februar wird die Vandanser Funkenzunft bei der Villa urbana ein spektakuläres Funkenfeuer entzünden.

Keine Experimente mehr
Mit dem Kartenvorverkauf für die Prunksitzungen am 29. und 30. Januar sind Präsident Markus Lukau und sein Vize Jürgen Hufschmidt zufrieden. Einige Karten sind noch bei der Raumausstattung Klein zu haben. Drei Jahre lief ein Experiment. Weil der Freitag nicht so gut angenommen wurde, legte man die Prunksitzungen mit Abstand von einer Woche jeweils auf den Samstag. Doch trotz des größeren Aufbauaufwandes war die zweite Prunksitzung wieder mehr nachgefragt. "Jetzt bleibt es bei einem Wochenende", legt sich das Präsidenten-Duo fest. Wer mag, der darf an beiden Veranstaltungen verkleidet kommen. Im Programm gibt es bewährte Elemente wie Garde, Jungfunken und Elferrat, die "Gumsle" und den Chor Intermezzo.

Schlag auf Schlag
Zum zweiten Mal findet der Seniorennachmittag des Altenwerkes am 3. Februar im katholischen Pfarrsaal statt. Die Malteserfunken sind dort mit einer Abordnung präsent. Zur Rathausstürmung am 4. Februar wird ein beheiztes Zelt im Rathaushof aufgestellt für närrisches Treiben bis 22 Uhr. Die Kinderfasnet am 5. Februar haben Nicole Schwab und Sabine Zirlewagen vom Umzug mit der Gugge-Musik "S3" bis zum Programm mit Kinderorden und Kinderprinzenpaar bestens vorbereitet. Gerne dürfen sich kleine Narren noch zu einem Bühnenauftritt melden. Einen klassischen Ball gibt es in Heitersheim nicht mehr. Beim Kickerball des FC Heitersheim in der Malteserhalle am 6. Februar bricht eher das Discofieber aus.

Rosenmontag für die Familie
Am Rosenmontag, 8. Februar, weckt die Guggemusik ab 6 Uhr die Einwohner und eröffnet um 11.11 Uhr das Narrendorf am Lindenplatz, wo bis 19 Uhr bewirtet wird. Mit verlängerten Öffnungszeiten geht es auf dem Parkplatz "Im Winkel" bei Speisen und Getränken weiter. Zum zweiten Mal öffnet auch die "Krone" ihre Scheune zum Feiern. Um 14.11 Uhr können die 4500 erwarteten Besucher den Rosenmontagsumzug mit 66 Gruppen und 1000 Umzugsteilnehmern erleben. Allein die Sicherheit lassen sich die Veranstalter rund 3000 Euro kosten. Das Security-Team wurde auf elf Personen aufgestockt. Örtliche Polizei und Kontrolleure sind im Einsatz. Absperrungen müssen besetzt werden. "Wir beobachten die Situation genau", verspricht Lukau. "Wagen mit alkoholisierten Jugendlichen mustern wir sofort aus. Jungen Zuschauern mit Hart-Alk werden die Flaschen geleert. Wir wollen einen Familienumzug und keine Young-Generation-Party."

Närrisches Nachspiel
Am Fasnachtsdienstag markieren der Krachermacherumzug in Gallenweiler und der Hemdglunki-Umzug mit Fasnet-Verbrennung am Ochsenplatz üblicherweise das Ende der Fasnet. Doch in diesem Jahr haben die Malteserfunken eine Nachspielzeit. Am letzten Samstag im Februar plant die Stadt Heitersheim ein spektakuläres Funkenfeuer mit der Partnergemeinde Vandans, wie es 2007 schon einmal bei der Villa urbana stattfand. Weil der jährliche "Funken" in Vandans ursprünglich eine typische Narren-Tradition ist, wie bei uns das Scheibenschlagen, hätten einige Malteserfunken dieses Großereignis lieber erst 2017 wiederholt. Dann nämlich zählt die närrische Partnerschaft der Vandanser Funkenzunft und der Malteserfunken Heitersheim 20 Jahre und die Malteserfunken feiern den 66. Geburtstag. "Jetzt müssen wir uns dafür etwas anderes überlegen", so Lukau.

Städtisches Jubiläumsfeuer
Denn Bürgermeister Martin Löffler hat das feurige Ereignis schon für die städtische Partnerschaftsfeier vorgesehen. Die offizielle Verbrüderung der Stadt Heitersheim und der Gemeinde Vandans im Montafon erfolgte vor genau 25 Jahren. Der "Funken" soll imposanter Einstieg in das Jubiläumsjahr 2016 sein. Aufgestellt wird dafür ein 20 Meter hoher Baumstamm, um den 20 bis 25 Ster Fichtenholz zu einem 14 Meter hohen Funken kunstvoll geschichtet werden. Nach Musik und Trachtentanz der Vandanser, wird der Funken entzündet. Ist die obenauf sitzende Narrenpuppe explodiert und das Funkenfeuer in einer sensationellen Show zusammengefallen, gibt’s mit den Freunden alemannisches Scheibenschlagen. Erwartet werden etwa 3000 Schaulustige.

 

Artikel aus der BZ vom 11.01.2016:

Der Trend zur Familien-Prinzenrolle

Die Malteserfunken profitierten in diesem Jahr bei ihren beiden Prinzenpaaren von tiefen familiären närrischen Wurzeln.

  1. Foto: Sabine Model

Mit "Jöri Jöri Hoo un Ma-Fu-Hei, Funkenfeuer Nummer 2" starten die Malteserfunken in die närrische Kampagne. Die Kombination zweier Schlachtrufe hat seinen Grund. Im März 2007 zündete die Funkenzunft aus der Partnergemeinde Vandans im Montafon erstmals ein spektakuläres Funkenfeuer in Heitersheim. In diesem Jahr wird erneut ein 14 Meter hoher, kunstvoll geschichteter Funkenturm am 27. Februar bei der Villa urbana abgebrannt. Das neue Prinzenpaar Julia I. (Ludigkeit) und Tobias I. (Tipolt) freut sich auf eine feurige Fasnacht. Die närrische Saison ist diesmal kurz. Langes Warmlaufen geht gar nicht. Deshalb kam es sehr gelegen, einem eingespielten Dream-Team die Regentschaft übergeben zu können. Lange suchen mussten die Malteserfunken nicht. Schon seit dem Rosenmontag 2015 steht das Traumpaar fest. Zwei ehemalige Aktive und Klassenkameraden aus Kindertagen. Seine Tollität Tobias I. war von 1998 bis 2015 Straumann an höchster Pyramidenspitze, die letzten fünf Jahre in leitender Funktion. Ihre Lieblichkeit Julia I. schwang von 1997 bis 2005 als Gardemädchen die Beine und sorgte danach bis 2007 für aufsehenerregende Choreographien. Die Prinzessin kann von der Erfahrung ihrer Schwester Lisa profitieren, die 2009 den Thron bestieg. Die Schwester des Prinzen war 1998 als Prinzessin Christine I. unterwegs und blieb bei den Malteserfunken einige Zeit als Rueschgrabenhexe hängen. Verheiratet ist sie inzwischen mit dem Prinzen von 2003, Alexander II. (Ambs). Er war seinerzeit bei den Straumännern aktiv. Hoheitliche Familienverhältnisse also. Da sitzen die närrischen Wurzeln tief. Und der Nachwuchs für Krönchen und Zepter ergibt sich quasi in logischer Konsequenz.

 

Artikel aus der BZ vom 06.02.2015:

Närrisches Rätselheft der Funken

Die aktuelle Ausgabe der "Funken-Blitzpost" bietet einen prallen Einblick ins Heitersheimer Leben.

  1. Anspielungsreiche Texte, witzige Fotos: Die Malteserfunken haben mit der aktuellen Funken-Blitzpost ein dickes Heft gefüllt.  Foto: martin pfefferle

HEITERSHEIM. Auf dem Titel steht die Frage, die kein Fasnachtsverrückter aus Heitersheim mit Nein beantwortet: "Fasnet 220125 – sin’ na debii?" So lautet das Motto der diesjährigen Kampagne und vom Titelbild der aktuellen Funken-Blitzpost grüßen gleich zwei unterschiedliche Paare, die ganz bestimmt "debii" sind: Sina die I. und Markus der II. freuen sich da neben dem Kinderprinzenpaar Luisa und Max sichtlich auf die närrische Hochphase.

Auf 52 Seiten haben die Macher der Funken-Blitzpost das vergangene Jahr in der Malteserstadt närrisch gegen den Strich gebürstet. So ziemlich jede Institution in der Stadt bekommt in den unzähligen kurzen Texten ihr Fett weg – aber auf eine nette und augenzwinkernde Weise. Spöttisch aber liebevoll wird der FCH-Weihnachtsmarkt ebenso durch den Kakao gezogen wie der Heitersheimer Stadtlauf, dem dem – mit zwei Teilnehmerinnen – drei Frauen aufs Treppchen kommen.

Viele der anspielungsreichen Meldungen dürften kaum mehr als die direkt Angesprochenen verstehen – aber das Rätseln macht für alle anderen Leser genauso Spaß. Zwischen den vielen Textbeiträgen verschiedenster Art fallen auch einige aufwändig umgesetzte Fotostrecken ins Auge – dafür war nicht einmal die Reise zu bestimmten Freiburger Etablissements zu weit. Sich selbst aufs Korn zu nehmen, das gehört für die Malteserfunken ganz offensichtlich dazu. So manches Missgeschick, das im und um den Ort passiert ist – von der zu niedrigen Parkhausdecke bis zur unfreiwilligen Foto-Freigabe via Facebook –, schafft es in der Funken-Blitzpost plötzlich auf die Auswahlliste für den "Osca" (nein, hier fehlt kein Buchstabe!).

Die Kreativität der Blattmacher zeigt sich auch darin, wie sie lokalpolitische Anekdoten und Nachrichten selbst in Buchtitel verpacken können, die auf der Heitersheimer Bestsellerliste stehen.

Auch Einblicke in die Fasnets-Planungen geben die Malteserfunken bereitwillig. Etwa in die Suche nach dem geeigneten fahrbaren Untersatz, bei der nun wirklich alle Eventualitäten ausprobiert und fotografisch festgehalten wurden.

Wie sehr die Malteserfunken und die Fasnet insgesamt in der Stadt verankert ist, zeigt auch die breite Palette der Anzeigen, bei denen einige selbst das närrische Motto befolgen. Übrigens: Das war auch schon vor 50 Jahren so, wie eine kleine Collage von damals noch textlastigen Anzeigen zeigt.

Was sich seitdem alles getan hat, zeigt auch eine in pink gehaltene Doppelseite unter der Rubrik "Ämma – Malesiens Frauen vor". Allerdings verlangt die von den Frauen ab, auch über sich selbst und entsprechenden Klischees lachen zu können. Durch Alice Schwarzers Hände jedenfalls sind diese Beiträge nicht gegangen. Politisch wird’s gleichwohl: Gewürdigt wird nämlich Stadträtin Ursula Schlegel-Pauli, deren U.S.-P. die "gefühlte Frauenquote" im Heitersheimer Ratsrund nach oben treibe. Und politisch bleibt’s auch mit den ganz bestimmt ernstgemeinten Ratschlägen, wie es in Heitersheim leiser wird...

Info: Die Funken-Blitzpost 2015 ist zu drei Euro an folgenden Verkaufsstellen erhältlich: Gasthof Löwen, Blumen Kaltenbach, Getränke Winter, Intercoiffeur Brendle, Tankstelle Mayer, Ebner Begg im Netto, Raumausstattung Klein, Schreibwaren Grammelspacher.
 

Artikel aus der BZ vom 02.02.2015:

Ansehnliches und Anspielungsreiches

Technische Probleme konnte das Bodenpersonal zwar nicht lösen. Aber mit einem Freigetränk für jeden Besucher machten sie es erträglich. So hoben die Malteserfunken Heitersheim in ihrer ersten Prunksitzung zum fulminanten Funkenflug ab.

Hoch das Bein Foto: Sabine Model

und hoch die Tassen, hieß es bei der Prunksitzung der Malteserfunken.Foto: Sabine Model

Enorme närrische Schubkraft generierten sie aus lokalpolitischem Zündstoff, tänzerischen und musikalischen Turbulenzen, akrobatischen Fallhöhen – und auch aus fantasievollen Rettungsschirmen.

Flugkapitän Markus Lukau und Co-Pilot Jürgen Hufschmidt konnten sich auf ihre erfahrenen Jungfunken Benjamin Höfler und Yannick Strahberger verlassen, die als Flugbegleiter das Publikum sicher durch das Programm manövrierten. Beim Check-in wurde nochmals auf die fehlerhafte Inthronisierung aufmerksam gemacht, bei der Prinz Markus I. ausgerufen wurde, obwohl er bereits der Zweite war. Das habe man künftig unter Kontrolle, versicherte Zeremonienmeister Thomas Keller, weil nur noch exotische Doppelnamen für die Hoheiten verwendet werden. Prinzessin Sina I. machte dennoch selbstbewusst klar, dass sie schon in dieser Kampagne regieren werde "wie keine Zweite".

Zum Abflug bereit setzte die Prinzengarde zum traditionellen Gardemarsch an. Die langbeinigen Damen empfahlen sich aber auch mit "Battle oft the Queens" als so kampfbereite wie verführerische Rockerbräute. In knallengem "Black or White"-Look brachten sie noch einmal den Flieger zum Beben. Aus schwindelnden Höhen holte Vizepräsident Jürgen Hufschmidt die Passagiere zurück in die Bütt und erklärte in launigen Reimen, was in Heitersheim "alles für die Katz‘" ist, beispielsweise bei der Suche nach Geschäften. "Die alte, die sin alli fort. Nur nach Döner schmeckt’s im Ort." Danach setzte die junge Turnvereinstruppe der Cheerleader "Flash Diamonds" zu rhythmischen und mutigen Höhenflügen an.

Die Flughöhe wurde mit dem Auftritt des Intermezzo-Chores erreicht. Bei ihrer rett-ich-scharfen Rettungsaktion, die mit ebenso kantigen Themen wie schneidig-angepassten Hits klar machte, was es zu retten gilt und ob man in Heitersheim noch etwas retten kann. Obwohl die rettenden gelben Engel wegen ihrer Emanzipationswut von den Sängern mit "Wir retten, retten, retten jeden Mann. Drum rette, rette, rette sich wer kann" zurechtgewiesen wurden, machten die Akteure mit dieser Kostprobe Appetit auf die "Mehr-rett-ich-Days" beim Sängerball am Fasnachtssonntag.

Ganz andere Klimasorgen drückten das geschundene "Tribele" alias Martin Isele bei seinem Debüt in der Bütt. Hagel, Regen und Kirschessigfliege hatten ihn bedroht. Doch "e Schluck von mim Müller-Schorle suer" stellte seine innere Balance wieder her. Zu beruhigen wussten sich auch die "Gumsle"-Club-Frauen, die sich zu nichts drängen ließen. Ihr erklärter Leitspruch in allen Lebenslagen: "Aber mir reicht’s wenn i weiß, dass i könnt, wenn i wott".

Die neun "Elfer der Tafelrunde" luden zur Völlerei ins Schloss. Graf Martini von Schwanau ließ mit seiner Lebensabschnittsgefährtin III. bitten. Herold und Gaukler, Edmund der Weise und Baron von Kraushaar kamen zu Wort, die gräfliche Burgwache erfreute mit einem klappernden Rüstungsplattler und zwei verstoßene Mönche tönten im Bänkelgesang: "Ja, so war’n ’s, die alten Heitscher." Doch nach tiefstem Mittelalter ging mit "The Sunrise", dem Gesangs-Duo Angelika und Erhard Schnell, die Sonne eines neuen selbst komponierten Heitersheimer Fasnachtsliedes auf, das beim SWR 3 Wettbewerb "Närrischer Ohrwurm" hoffnungsvoll ins Rennen geht. Mit Lutschern, Blumen und herzigen Luftballons erschlichen sich die Rueschgraben-Hexen die Sympathien der Zuschauer und bewiesen mit ihrem tierisch reizenden Tanz, dass es "Nicht nur Zirkus mit den Hexen" gibt, sondern eine sexy Garde-Konkurrenz. Gurte anschnallen und aufrechte Sitzhaltung einnehmen hieß es bei den Straumännern, die keinen Zweifel daran ließen, dass man nicht in ein anderes Land fliegen muss, um Pyramiden zu sehen. Sogar das Prinzenpaar stand auf ihren starken Schultern.

Ordentlich gehämmert und aufgemischt wurde auf der Baustelle der Jungfunken. Die Fehlplatzierung des Bankneubaus im Gewerbegebiet brachte den Bürgermeister auf die Steuer-Palme. Das Ikea-Phänomen, sinnvoller Rohreinsatz und die Herstellung der Richtfest-Bowle wurden so in Szene gesetzt, dass der Musikverein einiges zu "tuschen" hatte. Nach dem großen Finale gingen die Luftschlangen in den Sinkflug. Die Narren-Maschine landete nach einem super Flug weich und mit viel Applaus. Am nächsten Samstag um 19.11 Uhr ist der zweite Start in die Narretei geplant.

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Artikel aus der BZ vom 24.01.2015:

Närrischer Lapsus in der Adelsgeschichte

Von wegen der Erste – der wahre Markus I. schwang schon 1979 das Zepter / Die Malteserfunken sind nun in Erklärungsnot.

  1. Die echte Nummer eins unter seinen närrischen Namensvettern: Prinz Markus I. (Markus Donner), hier zusammen mit Prinzessin Gisela II. (Gisela Stockbauer) im Jahr 1979. Foto: sabine model 

HEITERSHEIM. Die Meldung lässt aufhorchen: Der jüngst gekürte Heitersheimer Fastnachtsprinz Markus Schmidt ist nicht der Erste. Er ist bereits der Zweite.
Die Malteserfunken haben offenbar ihre hoheitliche Ahnengalerie nicht exakt im Blick. Dabei beginnt sie - relativ überschaubar - erst 1951. Aber Hauptsache
scheint, eine Majestät und eine Lieblichkeit werden gefunden. Alles andere sehen die Narren relativ schmerzfrei. Das war schon in den 1970er-Jahren so,
als der Verband Oberrheinischer Narren forderte, das Prinzenpaar abzuschaffen, weil es typischerweise dem rheinischen Karneval zugeordnet ist. Die
Malteserfunken ließen nicht davon ab. Und wurden aus dem Verband ausgeschlossen.

Unbeirrt adeln sie weiterhin ihre alemannische Fasnet mit rheinischer Tradition: Prinzenpaar und Elferrat. Aber Adel verpflichtet. Denn Aristokratie – die
närrische zumal – ist bekanntlich nicht nur die "Herrschaft der Besten", sondern auch empfindlich. Und so forderte Ex-Prinz Markus I. (Donner), seines
Zeichens BZ-Redakteur, die Rangfolgenkorrektur ein. So viel Pingeligkeit muss sein. Der Heitersheimer Vollblut-Adelige schrieb bereits mit 14 Jahren als
freier Mitarbeiter für die Badische Zeitung und weiß, was eine ordentliche Recherche ist. Unter seiner Schwester, Prinzessin Ingrid I., schnupperte er
schon 1964 als Kinderprinz Narrenluft, wurde schließlich Elferrat und regierte als 23-jähriger BZ-Volontär 1979 zusammen mit Prinzessin Gisela II. Stock-
bauer das närrische Maltesien.
 
"Oh je, 1979, da war ich erst vier", wehrt sich Funkenpräsident Markus Lukau spontan, als er mit dem peinlichen Lapsus konfrontiert wird. "Da kann
mir keiner einen Vorwurf machen."

Nach kurzer Bedenkzeit korrigiert er sich: "Nein, ich war ja erst drei." Allein, was sind schon Zahlen? "Das war ja noch im letzten Jahrtausend. Im neuen
Jahrtausend zählen wir von vorne",
versucht er sich an einer Erklärung. Nichts da. Adelsgeschlechter werden kontinuierlich durchgezählt, bis sie abgeschafft werden. "Schreiben sich denn
beide gleich? Oder einer mit k und
einer mit c in der Mitte?", hofft Lukau auf einen Ausweg. Fehlanzeige. Verschiedene Namensschreibweisen gab es in früheren Jahren zwar auch schon
mal als Ausrede, aber diesmal nicht.
Leider. "Schimpf und Schande auf mein Haupt", gibt der Präsident sich schließlich geschlagen. "Und die Funken-Blitzpost ist auch schon gedruckt."
Potz-Blitz. Eine Narrenzeitung diesmal mit
eigener Posse. Vielleicht steigert das den Sammlerwert.

"Wenn Sie in der BZ nichts schreiben, merkt es keiner", versucht Lukau spöttische Kommentare abzuwenden. Das geht gar nicht. Da müssen die
Funken durch. Schließlich teilen sie auch gerne aus. Und deshalb ist ein solcher Rechenfehler allemal nachrichtentauglich. Selbst Vize Jürgen Hufschmidt
sowie Zeremonienmeister Thomas Keller haben nichts gemerkt. Ganz nebenbei: Der Elferrat hat auch keine elf Mitglieder. Sollte man bei Gelegenheit
nachzählen und korrigieren. Oder tun sich die Narren hierzulande naturgemäß einfach nur schwer mit der rheinischen Variante.


Artikel aus der BZ vom 18.01.2015:

Das Prinzenpaar 2015 ist inthronisiert

Das Prinzenpaar 2015 in Heitersheim ist inthronisiert. Sein Motto: "Die närrische Herrschaft soll Spaß machen."

 

  1. Richtig gut drauf: das Prinzenpaar Markus I. und Sina I. mit Funkenpräsident (Mitte) und Vize (rechts)  Foto: Model

     

Die Fasnacht in Maltesien ist gesichert. Traditionsgemäß wurde ein Prinzenpaar gefunden und inthronisiert. Seine Majestät Prinz Markus I. (Schmidt) und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Sina I. (Hofer) haben ein entspanntes Motto: "Die närrische Herrschaft soll Spaß machen." Das setzten die beiden gleich am Krönungsabend überzeugend in die Tat um. Der Gasthof Löwen war fest in der Hand der Malteserfunken. Und die gaben richtig Gas, denn in fünf Wochen ist es mit Glanz und Macht schon wieder vorbei.

"Fasnet 2015 - sin ’na däbii?" So haben die Heitersheimer Narren ihre Kampagne am 11.11. getitelt. Schon vorher kam in einer lustigen Runde die Frage nach dem neuen Prinzenpaar auf. Der 25-jährige Winzer Markus Schmidt war bis 2014 acht Jahre lang Straumann gewesen, und es wurde befunden, dass er der geeignete Kandidat wäre. "Doch sini Antwort hät e kleini Hürde", berichtete das Prinzenpaar in seiner Antrittsrede. "Es gitt nur eini, mit dere er’s mache würde." Und die 24-jährige studierte Marketing-Expertin Sina Hofer blieb hartnäckig dran. Denn närrische Erfahrungen kann die Heitersheimerin als Bugginger Garde-Maidli und aus der Düsseldorfer Narrenszene nachweisen. Außerdem ist ihr Freund Florian aktiver Straumann, dem es aber ganz offensichtlich schwer fiel, seine Angebetete für eine närrische Saison dem besten Freund zu überlassen. Der kurze Gedanke von Prinzessin Sina I., doch noch den närrischen Prinzenpakt zu kündigen, wurde flott in Schnäpschen und Sekt ertränkt. Dann gab es kein Zurück mehr.

Die Ausstattung der Hoheiten mit den Insignien der Macht – Amtskette, Narrenkappe, Krone, Umhang und Zepter – verlief nach dem Krönungsessen zu vorgerückter Stunde zwar im gewohnten Ritual, aber unterhaltsam aufgepeppt durch lustige Leseschwächen und Witzeleien der Zelebrierenden: Funkenpräsident Markus Lukau, Vize Jürgen Hufschmidt und Zeremonienmeister Thomas Keller. Prinz Markus erwies sich als Abkömmling des Weingutes Schmidt durch Vater Bernhard vorbelastet. Der war selber 1986 Prinz und mehr als zehn Jahre Elferrat. Als "durchlauchter Ex-Pyramidenbauer und Zähmer eines Rottweilers" sowie als "majestätischer Vollernter-Chauffeur, der denselben gerne für eine rasante Quad-Fahrt stehen lässt", ging nun der Sohn in die Hoheitsgeschichte ein.

Sina I., "Juniorchefin für Glasabtrennungen bei Beauty-Schleusen im elterlichen Betrieb" wurde als "hoheitliche Zumba-Tänzerin und Boulder-Kletterin ohne Netz und doppelten Boden" sowie als "Liebhaberin von Zartbitter-Schokolade und Schuhwerk jeglicher Art" vorgestellt. Beide Hoheiten sind fürstliche Genießer von gutem Essen und edlem Saft heimischer Rebsorten. Solche Ansprüche einer Prinzessin und eines Prinzen, der bereits in einem Schloss auf dem Buck wohnt, brachten Bürgermeister Martin Löffler ganz schön ins Schwitzen. Denn die angedrohte Machtübernahme im Rathaus sowie die obligatorische Plünderung der städtischen Kassen und Konten lösten bei ihm alptraumartige Vorstellungen aus. "Wie jeder Politiker klebe auch ich an der Macht", gab er zu. Vor allem aber müsse er dann wieder ein Jahr sparen, um den Schaden auszugleichen.

Trotzdem wurde unbeschwert das Funkenlied angestimmt und trotzig proklamiert: "Heitersheim, Malteserstadt, hat den Stumpfsinn endlich satt." Den ungebremsten närrischen Tatendrang besiegelte ein dreifach kräftiges "Ma-Fu-Hei".

Artikel aus der BZ vom 04.03.2014: 

Ein närrisches Erdbeben

Mit mehreren Tausend Zuschauern feiern die Malteserfunken Rosenmontag und eine bunte Narrenparade.

Gestern war Heitersheim nochmals brodelndes Epizentrum der Narretei. Vielerorts schlängelten sich bereits seit Tagen Umzüge durch Straßen. Aber in Maltesien hält man sich an die klassischen Spielregeln: Der große Umzug ist am Rosenmontag.

Die Malteserfunken waren gerüstet für 65 Narrengruppen mit rund 1800 Umzugsteilnehmern. Hauptorganisatorin Nicole Schwab hoffte: "Wenn es nur nicht regnet." Nein, tat es nicht. Eigentlich sollten die Konfettitüten trotzdem verschlossen bleiben, doch mit steigender Stimmung, nahmen die Konfettisalven zu. Die Narretei beflügelte das. Es wurde auch sonst noch viel verteilt: Süßes, Süffiges, Hochprozentiges und Schabernack mit Stift und Stroh. Zum dosierten Wechsel von fetzig-fasnächtlichem Repertoire der Musiken und Guggen, aber auch nach Boxen-Hits wurde ausgelassen getanzt. Hexen, Henker, Gnomen, Fetzer, Fratzen, Wölfe und Vampire, Heidschnugge, Gsindl, Plooggeister, Schrauber, Azteken, Kannibalen, Käutze und schaurige Höllenbrut waren aus der Region zwischen Breisach und Kandern angereist. Sie zogen vorbei an mehreren Tausend feiernden Zuschauern, die gut gelaunt und teilweise fantasievoll geschminkt die fast 1000 Meter lange Umzugsstrecke flankierten. Mit 18 Gruppen stellten die Malteserfunken und Heitersheimer einen respektablen Anteil der bunten Narrenparade. Doch musste der Elferrat diesmal zu Fuß antreten. Die Polizei, so die Kunde, habe dessen Wagen bei der Kontrolle nicht freigegeben.

Link zur Bildergalerie Rosenmontagsumzug BZ

 

Artikel aus der BZ vom 01.03.2014: 

Mal geheimnisvoll, mal lasziv – aber immer packt sie mit an

Juliane Hege ist ein Heitersheimer Fasnets-Urgestein und hat noch viele Ideen im Kopf, obwohl sie eigentlich im nächsten Jahr als Elferrätin aufhören möchte 

  1. Juliane Hege in ihrem Element – auf der Bühne Foto: sabine model

HEITERSHEIM. "Da bin ich." Die Worte, mit denen Juliane Hege (54) eintritt, sprechen für sich. Sie ist eigentlich immer da, wo sie gebraucht wird. Ihr Elferratskäpple zeigt deutliche Gebrauchsspuren. Nicht erst seit dieser Fasnetsaison. Nächstes Jahr sind es 25 Jahre, dass sie in dem närrischen Gremium vertreten ist. Den Malteserfunken ist sie schon 40 Jahre treu. "Fasnacht mach ich solange ich denken kann", verrät sie. "Und es macht immer noch Spaß."

Die Gene habe sie wohl von Tante Frieda geerbt, vermutet sie. Die war sogar mal Prinzessin. Die kleine Juliane verkleidete sich an Fasnet gern als Schmetterling, später auch mal als Hexe. "So richtig mit Saublodere", lacht sie. Einmal hat sie im Clownkostüm mit ihrer Schwester in der Halle gepfefferte Mohrenköpfe verschenkt. Eine Mordsgaudi. Ihr Vater war bei der Musik und Fasnacht immer wichtig. Beim Musikerball und beim Kolpingball schwang Juliane schon früh das Tanzbein auf der Bühne. Dann wurde sie für die Malteserfunken entdeckt. Die Gardeleiter Peter Schwald und Ingrid Spillner kamen zu ihren Eltern und versprachen, auf die erst 15-Jährige aufzupassen.

So wurde Juliane im Sommer 1974 Malteserfunkenmitglied. Am 11.11. desselben Jahres trat sie beim Fasnachtsball in der alten Halle erstmals als Gardemädchen auf. "Wir waren eine tolle Clique", erinnert sie sich. Bis 1983, dann war Schluss. Aber die ausgebildete Friseurin blieb Peter Schwald als Stylistin erhalten. Frisieren, schminken, kostümieren: "Wie die Garde 1984 erstmals ohne mich bei der Prunksitzung einmarschierte, musste ich in die Umkleide und habe Rotz und Wasser geheult", gesteht sie. Zehn Jahre später übernahm sie mit Michaela Liebisch und Gabi Bolanz Betreuung und Training der Garde.

Weil sie auch den Elferrat für dessen Auftritte stylte und überall dabei war, wurde sie bereits 1990 in das Narrenparlament aufgenommen. Drei Tage vor der Generalversammlung 1996 ließ sie sich überreden, als Vizepräsidentin Verantwortung zu übernehmen. "Nur für eine Amtsperiode", lautete ihre Bedingung. "Letztlich wurden es drei – also zwölf Jahre", stellt sie ohne Reue fest. Die Organisation war bei ihr in zuverlässigen Händen. "Man ist akzeptiert und respektiert, das stärkt Selbstbewusstsein und Sicherheit. Das prägt schon die Persönlichkeit." Die Ansagen auf der Bühne waren zuerst nicht ihres. Zittern. Aufregung. "Doch dann ging’s immer besser. Man hatte den Überblick und wusste, was dran war."

Ob sie 2015 den Absprung schafft, weiß sie noch nicht

Lustig ist Vereinsleben nicht immer. Auch nicht bei den Narren. "Manchmal war es todernst", erzählt sie. Vor allem, wenn das Geld knapp war. Bei der Garde wurden dann alte Kostüme abgeändert. "Aber das ging alles. Bei uns war Fasnacht lustig und fantasievoll. Notarzt und Security waren kein Thema. Heute ist es mehr Party und Trinken. Anders eben." Hoch oben auf dem Elferwagen hat Juliane das Geschehen am Rosenmontagsumzug dennoch im Blick. Da alarmiert sie auch schon mal die Polizei, wenn es Jugendliche mit dem Alkohol übertreiben. "Durch konsequente Regeln hat der Umzug sehr gewonnen", sagt sie stolz. "Es ist schwierig, was Neues zu machen", gesteht sie. "Aber wenn keiner mehr was macht, dann gibt es auch nichts mehr. Und entweder, man macht es gerne, oder man lässt es bleiben", so ihr Motto.

Eine Maske brauchte Juliane Hege nie, Verkleidung gerne. Als Saloon-Lady, Reeperbahn-Girl oder Can-Can-Tänzerin bewies sie mit Feder-Boa, Hut, Perücke, Rüschen und Netzstrümpfen immer Stil. Ein bisschen Moulin Rouge. Gelenkig, geheimnisvoll oder etwas lasziv. Aber immer Dame. Und immer wieder Pragmatikerin, die nach der Prunksitzung beim Aufräumen mit anpackt und kleine Katastrophen flexibel und mit einem Lächeln löst. "Das haben wir noch nie gemacht? Dann machen wir es jetzt."

Nächstes Jahr feiert sie noch 25 Jahre als Elferrätin. Dann will sie aufhören. "Ob ich den Abschied schaffe, weiß ich nicht." Denn Juliane Hege hat noch einige Ideen. Auch bei der Annoncen-Akquise für die Fasnetzeitung will sie mit dem nötigen charmanten Biss unterstützen. Die Freundschaft mit der Funkenzunft der Partnergemeinde Vandans ist ihr ein Anliegen. "Und am Rosenmontag wird man auf dem Elferwagen meinen Tee, Kaffee und den ,Heißen Elfer’ – Zwetschgenlikör mit Sahne und Zimt – vermissen", ist sie sicher. "Vielleicht stell ich den dann einfach hin", überlegt sie. Und auf künftige Bitten, ob sie helfen kann, scheint sie jetzt schon die Antwort zu kennen: "Da bin ich."


Artikel aus der BZ vom 13.02.2014: 

Mit närrischer Kernkompetenz auf lokalpolitischem Erfolgskurs

Eine ebenso zwerchfellerschütternde wie atemberaubende Bühnenshow legten die Malteserfunken bei ihrer 1. Prunksitzung auf die Malteserhallen-Bretter.

  1. Foto: Sabine Model

  2. Ein heißer Ritt war die Bewerbung von Cowboy (Wolfram Fünfgeld) als Sheriff für das Sulzbachvalley (Bild links). Bei der Suche nach dem Rathaus-Abhörtäter bewies Benjamin Höfler (Bild rechts) Talent als Pfarrer. Foto: Model

HEITERSHEIM. Mit närrischer Kernkompetenz in maltesischen Irrungen und Wirrungen zündeten die Malteserfunken in ihrer 1. Prunksitzung ein dynamisches Feuerwerk der spitzen Pfeile und guten Laune. Lokalpolitischer Sprengstoff, flankiert von Tänzen, Liedern, Akrobatik, Lästereien und humoristischem Spürsinn, jagte mit treffsicheren Pointen das Publikum durch kurzweilig-unterhaltsame Stunden.

Immer wieder neue Tänzerinnen präsentieren in der Garde klassische Disziplin beim traditionellen Gardetanz, aber auch verführerische Qualitäten in schillernden Kostümen. Diesmal betörten sie netzbestrumpft in Glitter und Glamour den "Big Spender" und kämpften mit allen weiblichen Waffen als "Battle Queen" um den einzigen Mann in ihren Reihen, der das sichtlich genoss. Als professionellen Clou setzten die Rueschgrabenhexen eine Performance als "The Entertainer" dagegen.

Die Dominanz der Frauen war bei der Premiere der Cheerleader vom Turnverein zu spüren. Mit sportlich-eleganten Menschenpyramiden entpuppten sich die "Burning Diamonds" als flugtauglich und ernst zu nehmende Konkurrenz für die Straumänner. Im Zeichen von Gender-Mainstreaming hatte die männerdominierte Akrobatik-Truppe ebenfalls umgedacht und sich mit Straufrauen geschmückt. Die beteiligten sich zwar nicht an den gewohnt waghalsigen Aktionen, waren aber für Überraschungen gut. Tief in das familäre Nähkästchen blicken ließ der "Prinzenvadder", Seine königliche Exzellenz Hariolf Schmid. Er entlarvte Prinz Matthias III. als ersten schwäbischen Prinzregenten in Baden und versicherte: "Ich habe nichts gegen Baden. Jedenfalls nichts, was hilft." 

 Als Jungfunkenkollegen ergänzten Raphael Höfler und Thomas Widmann das Prinzen-Bild als Sandkasten-Mädchenschwarm, jugendlichen Sportler und aktuellen Verfechter des Extrem-Couching. "Mir laufe durch die Stadt bei Nacht und schaue, was so goht", sangen die vier Nachtwanderer (Tilo Sum, Wolfram Fünfgeld, Stefan Ehrler und Fritz Dreyer). "Der Vogt will an den Acker ran von Bürgermeister Ackermann", erzählten sie eine gewerbepolitische Story. Verwirrend fanden sie indes die quer gedachte Achse eines Kleinzentrums Heitersheim. "Ja, die Achse kreuz und quer bringt doch nur mehr Kreisverkehr", mutmaßten sie. Ein genialer Auftritt mit Esprit und Musik. Immenses Koordinationspotenzial bewiesen die Damen vom "Gumsle-Club". Sie bekamen mit weiblichem Multitasking-Aktivitäten vom Schülerlotsen über Ballerina und Boxer bis hin zum Mönch unter einen Hut. "Wenn wir nicht auf der Bühne wären", so ihr Motto, hätte der Prunksitzung etwas gefehlt. Einen Super-Perforator-Westernauftritt inszenierte der Elferrat, bei dem Marshall Spooner vor der Alternative stand, alle Falschparker im Sulzbachvalley zu erschießen, weibliche Reize einzusetzen oder einen Sheriff zu suchen. Aber die Bewerber entsprachen nicht wirklich den Kriterien.

Der Chor Intermezzo fand wieder mal den richtigen Ton und die richtige Politesse. Die drehte jedoch an der (Park)-Scheibe, die zu einer Zeitreise in die Zukunft zwang, in der man sich fremden Mächten ausgesetzt sah. Zurückgebeamt in die 1960er Jahre wurde deutlich: "Mir sin ’ne Stadt, die alles hat und vielmehr brucht ma nit zum Lebe." Während der Musikverein auf der Galerie alle Hände voll zu tuschen hatte, tuschelten und lästerten die Wäschwieber (Markus Lukau und Thomas Keller) ungeniert. Sie wussten, was passiert, wenn man in den Wechseljahren ein Geldstück verschluckt und welche Konsequenzen es hat, wenn man für Stimmwerk und Musikverein, nicht aber für die Feuerwehr spendet.

Fernsehreif gingen die Jungfunken auf Sendung. Sie waren einer Abhöraffäre im Rathaus mit einem Detektiv auf der Spur. Nachforschungen in Kirche und Küche sowie per Spezialgerät der Putzfrau vom Rathaus enttarnten schließlich den Täter. Mit einer finalen Luftschlangenschlacht auf der Bühne feierten die Funken ihre gelungene Show, bei der sich Benjamin Höfler und Yannick Strahberger als hoffnungsvolle Moderatoren empfahlen.

 

Artikel aus der BZ vom 20.02.2014: 

Gar gruselige Gesellen

Malteserschloss-Henker neu im närrischen Programm / Badgumber feiern 22. Geburtstag.

  1. Foto: Sabine Model

  2. Von gruusig bis grün – so zeigt sich die Fasnet in Heitersheim. Während es die Malteserschloss-Henker erst seit einem Jahr gibt, feiern die Badgumber in diesem Jahr närrisches Jubiläum. Foto: sabine model

HEITERSHEIM. Offenbar im närrischen Aufwind befinden sich derzeit die Malteserfunken Heitersheim. Im Rahmen einer funkensprühenden ersten Prunksitzung gab es denn auch nebenbei einiges zu feiern: eine neue Narrengruppe, einen Geburtstag und den erfolgreichen Verkauf der gelungen Fasnetzittig. Die von Tilo Sum und Antje Schwarzkopf zusammengestellte "Funken-Blitzpost" mit 750 Exemplaren ist bereits vergriffen.

Inspiriert von der geschichtsträchtigen Vergangenheit der Malteserstadt Heitersheim, hat sich 2013 die Untergruppe der "Malteserschloss-Henker" gegründet. Zurückgeführt wird ihr gruseliges Erscheinungsbild auf eine Zeit, als es in Heitersheim nicht nur Malteser, sondern auch Ritter, Hexen und Henker gab. Um die Taten der Henker ranken sich in Überlieferungen schaurige Geschichten. Sie stehen im Zusammenhang mit der Gerichtslinde im hinteren Schlosshof und mit dem Galgenbuck an der Ortsdurchfahrt Richtung Bad Krozingen. Damalige Requisiten von Folter und Qual haben die Malteserschloss-Henker im Malteserschloss-Museum gesichtet.

Doch die Henker, so ist den Niederschriften der Gründungsinitiative der neuen Narrengruppe zu entnehmen, hatten auch noch eine andere Berufsseite. Durch das Vollziehen von Urteilen, die eine Verstümmelung von Gliedmaßen verlangten – wie das Handabtrennen nach Diebstahl – kannten sie sich sehr gut mit dem menschlichen Körper aus. Frische Körperteile seien gern an die Schulmedizin zur Forschung weitergeleitet worden, heißt es. Das habe ein üppiges Nebeneinkommen generiert. War bei Wundbrand oder anderen todbringenden Verletzungen ein fachmännisches Abtrennen von Gliedmaßen gefragt, traten die Henker ebenfalls auf den Plan. So die Darstellung der Narren. Auf der Bühne traten die furchterregenden Gestalten unter der Regie von Jutta Sum und Nadine Häder noch nicht in Aktion, wurden aber dem geneigten Publikum als künftiger Gruselfaktor der Malteserfunken vorgestellt. Man darf gespannt sein, wie sie sich in die närrischen Aktivitäten einbringen werden.


Artikel aus der BZ vom 13.02.2014: 

Wollen langfristig eine weitere Veranstaltung in die Halle kriegen

BZ-INTERVIEW mit Jürgen Hufschmidt von den Malteserfunken zu den Planungen für die närrische Saison in Heitersheim und die bevorstehenden Prunksitzungen.

  1. Jürgen Hufschmidt Foto: sabine model

HEITERSHEIM. Die Fasnet-Regionen scharren mit den Hufen. Es goht dergege. Auch bei den Malteserfunken. "Egal wie sie in Berlin koaliere, an Fasnet duen nur mir regiere", wird proklamiert. Wie das närrische Regiment 2014 aussieht, fragte Sabine Model Funken-Vizepräsident Jürgen Hufschmidt.

BZ: Die Liste der Veranstaltungen, vor allem in der Halle, war schon länger. Wo ist der närrische Geist geblieben? Fasnet war hier mal Kult.

Hufschmidt: Stimmt. Aber 2012 hat sich leider der Musikverein mit dem Musikerball und der FCH mit dem Prinzenball zurückgezogen. Ersatz für die Wiiberfasnet des Frauenvereins war zwei Jahre der Hemdglunkiball der Guggemusik. Der findet 2014 leider auch nicht mehr statt. Die Malteserhalle ist nicht billig. Die Vereine wollen bei den Veranstaltungen zumindest nicht drauflegen. Deshalb haben auch die Malteserfunken 2013 den Senioren-Nachmittag aufgegeben. Hinzu kommt, dass viele Narren nicht mehrere Tage Urlaub bekommen oder für Fasnacht frei nehmen wollen. Ferien sind wertvoll. Trotzdem hat der Intermezzo-Chor zum Glück am Sängerball im Zwei-Jahres-Turnus sehr erfolgreich festgehalten. Unser Ziel ist es, langfristig noch eine weitere Veranstaltung in die Halle zu kriegen.

BZ: 2013 wurden die Prunksitzungen von Freitag und Samstag auf zwei Samstage entzerrt. Hat sich das bewährt?

Hufschmidt: Die Freitagsveranstaltung war traditionell schlechter besucht. Viele mussten noch arbeiten. Dem haben wir Rechnung getragen. Etwas besser ist es mit zwei Samstagen geworden. Aber irgendwie steckt die Priorität der zweiten Sitzung noch in den Köpfen. Eine rationale Erklärung gibt es dafür nicht. Am nächsten Samstag erwarten wir um die 230 Besucher. Da gibt es noch einige Karten. Am Samstag drauf dürften es 350 Gäste sein. Da sind noch 20 Plätze frei.

BZ: Wie hat sich die Prunksitzung verändert? Was darf man erwarten?

Hufschmidt: Historisch war es immer ein Gala-Abend. Um mehr junge Leute zu aktivieren, haben wir 2013 eine Umfrage gestartet, ob es erwünscht ist, sich zu kostümieren. Die Hälfte der abgegebenen Stimmen war dafür. Somit dürfen sich unsere Gäste ab diesem Jahr gerne offiziell verkleiden. Das ist ein Versuch. Neu haben wir in diesem Jahr die Cheerleader des Turnvereins mit einem Auftritt im Programm. Die Garde und die Hexen tanzen. Das Nachtwächter-Quartett, der Elferrat, der Chor Intermezzo, die Straumänner, die Wäschwiiber, der Gumsleclub und die Jungfunken treten auf.

BZ: Die Rathausstürmung mit den Viertklässlern ist von 14.11 Uhr auf 17.11 Uhr verschoben. Warum?

Hufschmidt: Ein Grund war, dass es abends keinen Hemdglunki-Ball mehr gibt. Außerdem wollen wir familienfreundlich sein, da viele an diesem Tag eben doch arbeiten müssen. So kann die ganze Familie in einem Zelt im Rathaushof bis 22 Uhr mit uns Fasnacht zu feiern.

BZ: Wie sind die Funken beim närrischen Seniorennachmittag im Johanneskindergarten, bei der Wiiberfasnet im Maxxum und bei der FCH Powerparty in der Halle involviert?

Hufschmidt: Im Wesentlichen als Gäste. Nur bei den Senioren bringen wir uns mit Programmpunkten ein. Am Freitag organisieren wird die Kinderfasnacht in der Halle. Samstag zieht das Prinzenpaar mit Gefolge durch die Wirtshäuser. Dann ist noch großer Rosenmontagsumzug.

BZ: Und wie sieht der Plan dafür aus?

Hufschmidt: Es kommen 65 Gruppen mit rund 1 500 Teilnehmern. Wir legen Wert auf traditionelle Fußgruppen und Wagen ohne Techno-Sound. Security, DRK und Feuerwehr ordnen den Ablauf zwischen Badhausstraße/Ecke Johanniterstraße bis zum Lindenplatz, wo wie immer das Narrendorf geöffnet sein wird. Bei trockenem Wetter ist Konfetti erlaubt. Wir hoffen mal, dass an diesem Tag der Wettergott ein Malteserfunke ist...

Jürgen Hufschmidt, 42, ist seit dreieinhalb Jahren Vizepräsident der Malteserfunken. Der Altenpfleger wohnt in Ballrechten-Dottingen, ist verheiratet und hat zwei Kinder.


Artikel aus der BZ vom 05.02.2014: An Fasnet dehn nur mir regiere

 Die Heitersheimer Malteserfunken präsentieren eine neue Ausgabe ihrer Funken-Blitzpost.

  1. Ein Jahr fröhliche Stadtgeschichte auf 52 Seiten Foto: Büchin

HEITERSHEIM. Die Narrenzunft Malteserfunken wird mit ihrer Fasnachtszeitung auch in diesem Jahr für viele heitere Stunden im "heitersche Städle" sorgen. Über 50 prall gefüllte Seiten umfasst die Zeitung, die mit viel Herzblut und Engagement von den beiden aktiven Vereinsmitgliedern Antje Schwarzkopf und Tilo Sum zusammengestellt wurde.

Neben den Beiträgen der Malteserfunken und ihrer einzelnen Untergruppen, konnten sie dieses Mal auf besonders viele Einsendungen der Heitersheimer Bürger zurückgreifen. Über diese Beteiligung freut sich die Redaktion sehr. Lange hat sie darauf hingearbeitet, dass die Zeitung für das Miteinander steht. Sie hat Stichworte, fertige Texte und Gedichte aufgenommen. Auf diese Weise ist eine "Fasnetzitig" entstanden, an der viele Ideengeber mitgewirkt haben.

In rund 160 Gedichten und Kleinanzeigen ist von allerlei Kuriositäten, Missgeschicken und lustigen Anekdoten aus ganz Heitersheim zu lesen, die das Jahr über gesammelt wurden. Sogar in den Werbeanzeigen der Sponsoren, die die Finanzierung der Zeitung unterstützen, finden sich einige närrische Reime.

Die Heitersheimer Lokalpolitik darf natürlich auch nicht fehlen – ein besonderes Highlight dieser Ausgabe ist der integrierte "Gentest", der dem Leser verrät, ob er zum künftigen Gemeinderat taugt. Wer seine Eignung nicht über die Einsendung des eigens hierfür eingeklebten Wattestäbchens testen möchte, kann sie auch über die Auswertung eines Fragebogens ermitteln. Mit Blick auf die herannahenden Kommunalwahlen im Mai diesen Jahres, kann es sicherlich nicht schaden, an diesem ausgeklügelten Test der Narrenzunft teilzunehmen.

Kreativ, humorvoll und mit viel Wortwitz wurde das Heitersheimer Ortsgeschehen des letzten Jahres in monatelanger Arbeit zu einem unterhaltsamen Gesamtwerk verarbeitet. Getreu dem Motto 2014 "Egal wie sie in Berlin au koaliere, an Fasnet dehn nur mir regiere", lassen die Heitersheimer Narren sich zur fünften Jahreszeit nichts diktieren und nehmen jeden aufs Korn, der nicht beim beliebten Fasnachtsruf "Ma-Fu-Hei" auf den Bäumen ist.

Wer die Funken-Blitzpost am vergangenen Samstag nicht an der Haustür von den Narren entgegennehmen konnte, kann sie in verschiedenen Geschäften in Heitersheim erwerben.

Info: Die Fasnet-Saison 2014 startet bei den Malteserfunken am Samstag, 15. Februar, 19.11 Uhr, mit der ersten Prunksitzung in der Malteserhalle in Heitersheim.


Artikel aus der BZ vom 27.01.2014: Traumprinz lässt sich lange bitten

Traumprinz lässt sich lange bitten

Prinzessin Stephanie I musste alle Überredungskunst aufbringen, bis sie Seine Tollität Matthias III überzeugt hatte.

  1. Auf eine tolle Fasnet stießen am Samstagabend in Maltesien das Prinzenpaar 2014 an: Ihre Lieblichkeit Stephanie und Seine Tollität Prinz Matthias.Foto: Sabine Model

 

HEITERSHEIM. Seit mehr als einem halben Jahrhundert hat Maltesien ein Prinzenpaar. In dieser Fasnacht schwingen Prinz Matthias und Prinzessin Stephanie das närrische Zepter. Am Samstagabend wurden sie in traditioneller Malteserfunken-Zeremonie bei einem Krönungsessen im Gasthof Löwen feierlich inthronisiert.

Normalerweise wird zunächst der Prinz gesucht. Erstmals war es umgekehrt. "Wer nicht bei drei auf dem Baum ist, der wird’s", so die Devise von Funken-Vize Jürgen Hufschmidt. Obwohl Stephanie Römpke als ehemaliges Nachwuchstalent und aktuelle Betreuerin der FCH-Damen flink auf den Beinen ist, hatte er sie Mitte Dezember schnell im Netz. Einst in der Garde und aktive Rueschgrabenhexe, hegte sie schon lange den Wunsch, gekröntes Haupt zu werden. Keine Frage. Aber nur mit dem Traumprinzen und Jungfunken Matthias Schmid. Der allerdings ließ sich sehr lange bitten.

Der Vize befeuerte den Wunschkandidaten hartnäckig mit Reimen über eine traurige Prinzessin in spe, die unterm Weihnachtsbaum weint. Doch die SMS-Flut verfehlte den gewünschten Effekt. Bei einem Treffen Ende Dezember ließ Matthias Schmid die Prinzessin mit einem 20-minütigen Monolog über seine Zweifel an dem Amt weiter zappeln. Der Industriekaufmann im Vertrieb weiß, wie man sich teuer verkauft. Dann folgte das erlösende "Ja, ich will." Der erste aktive Jungfunken-Prinz, ambitionierte Schütze und Fußballer traf ins Schwarze und platzierte ein spektakuläres Tor. Nach alter Väter Sitte soll die Identität des Prinzenpaares bis zur Krönung topsecret sein. Die Prinzessin verriet sich jedoch durch den Kauf eines langen Abendkleides. Wenigstens über den Prinzen wurden dann bewusst falsche Gerüchte und Spekulationen gestreut. Das Foto vom Prinzenpaar für die Funkenpost hievte man zwar verdeckt auf die Homepage, bedachte aber nicht: Von dort wird alles automatisch auf Facebook gepostet. Damit war die Community informiert. Sei‘s drum. Die Inthronisierung mit Krönchen, Narrenkappe, Umhang, Zepter, Orden und Blumen nahm ihren gewohnten Lauf und das anerkennend raunende "Wow" klang erstaunt wie immer. Das war das närrische Volk seinem Präsidenten Markus Lukau und dessen Vize schuldig. Zeremonienmeister Thomas Keller stellte die Profile von Matthias III. und Stephanie II. vor. Die Prinzessin, beruflich im Beschwerdemanagement eines Stromkonzerns verortet, wollte jedoch die I. sein. Denn Steffi I. von 2013 unterscheidet sich deutlich durch die Schreibweise. Das war ihr wichtig. Ansonsten war sie bereit, antiautoritär zu regieren. Endgültig geklärt wurde die Rangfolge nicht, wohl aber stellte Matthias III. klare Regeln auf wie: "Ab heute haben alle frei. Gegrüßt wird nur mit MaFu-Hei. Ich hoffe, ihr habt’s alle vernommen: Meine Prinzessin und ich sind überall willkommen." Selbiges gilt selbstverständlich auch für das Kinderprinzenpaar Rubens Fünfgeld und Emma Fuchs. Ehren-Funkenpräsident Siegfried Guckert gratulierte den Funken zu der Wahl: "Ich wünsch Euch für die Fasnacht Heil. Mit diesem Prinzenpaar wird’s geil."

 

Artikel aus der BZ vom 28.01.2013: In Maltesien ist "Alles in Buddha"

In Maltesien ist "Alles in Buddha"

 Malteserfunken setzten bei der Prunksitzung erfolgreich auf ein neues Konzept / Zweite Veranstaltung ist bereits ausverkauft.

 

  1. Pantomimische Comedy vom Feinsten boten die Jungfunken. Foto: Sabine Model

  2. Die Sulzbachgeister griffen die Zukunftsvision Pflegenotstand humorvoll auf.

Über einen roten Teppich ließen die Malteserfunken ihre Besucher bei der ersten Prunksitzung 2013 schweben. Sie landeten im stilvoll dekorierten Saal der Malteserhalle in neu organisierter kuschelig-kompakter Atmosphäre. Dort entfesselten die Akteure ihr närrisch-stimmungsvolles Potenzial und waren nicht zu bremsen. Das Publikum gab beifalltechnisch Gas.

Der Musikverein tuschte diesmal von der Tribüne und Moderatoren gab es gleich zwei: Thomas Keller und den gedankenlesenden Jean-Pierre (Jürgen Hufschmidt) auf erfolgloser Brautschau. Die gesuchten Idealmaße 80 (Jahre), 20 (Millionen auf dem Konto) und 42,5 (Grad Fieber) waren nicht zu realisieren. Eine traumhaft gute Figur machte allerdings die Garde beim traditionellen Marsch. Als brave Mädels der Generation Bubikragen und Tellerröcke punkteten sie mit dem Titel "You can’t stop the Beat". In ihrer neuesten Choreografie "Hey, big Spender" verführten sie als schwarz-goldige, netzbestrumpfte Showgirls. Im Kontrastprogramm rockten die Rueschgraben-Hexen in aufwändigen historischen Mozart-Kostümen "Amadeus" klassisch-originell.

Eine Schrecksekunde erlebte das Publikum beim spektakulären Auftritt der Straumänner. Als ein Häs-Akrobat aus der Menschenpyramide unsanft auf den Bühnenbrettern landete, stockte ihm und dem Publikum kurz der Atem. Unerschrocken setzte die Truppe die Vorführung fort. Zittrige Knie hatte Regina Kaltenbach bei ihrem Überraschungsauftritt. Als Funkenwächterin, Mutter des Prinzen und Chefin der Prinzessin plauderte sie aus dem Nähkästchen. Mitgebracht hatte sie als Geschenk einen Zombi-Horrortanz der Seltenbachhexen aus Tunsel.

Humorvoll inszenierten die Sulzbachgeister den Pflegenotstand. Im Heim erledigten einige alte Narren auf Pfiff der Schwester die kollektive große Toilette, vom Nachttopf bis zur Zahnhygiene mit Klobürste. Putzmunter schipperten die Elferratspiraten auf dem Sulzbach. Sie hielten zwar Ausschau, aber "Die kleinen Kneipen da in diesem Hafen, dort wo das Leben noch lebenswert ist", waren nicht mehr zu finden. Stattdessen entdeckten sie stinkende Betriebe, enterten einen Palast und nutzten die "nette Toilette" als Alternative zum "Skandal ums Dixi-Klo."

Jürgen Lemm vom Sender Ma-Fu-Hei sah nur "schwarz" in der Politik. Die Putzfrau vom Rathaus (Gitta Lemm) verriet ihm indes, dass "Bürger"-King Martin Löffler zwar schwarze Unterwäsche trage, jedoch einen grünen Anzug und ein rotes Mäntelchen. So sei er bei allen beliebt und ein tapferer Ritter im Grenzkrieg mit Buggingen. "Aber jetzt bietet er dem Ackermann doch den Acker an." Die "Wäschwiiber" (Markus Lukau und Thomas Keller) hängten ebenfalls allerhand Gerüchte in den Wind. Das rote Gemeindeblatt habe die Unterwäsche ihres Mannes rosa gefärbt, war zu hören. Noch skeptischer machte, wie vielfältig man einen USB-Stick verwenden und sich Viren und Würmer damit einfangen kann.

Beim Chor Intermezzo hingegen war esoterisch-spirituell "Alles in Buddha". Er griff eine alte Fasnachtstradition auf und taufte alle Gasthäuser im "Aquarius"-Sound um. So heißt nun beispielsweise der Römerkeller "Zum echten Tibeter" – dem Wirt sei Dank. Zu den Highlights gehörten fraglos die Jungfunken mit ihrer Suche nach dem Dieb, der den Altennachmittag klaute. Dabei stieß Kommissar Rex auf pantomimische Comedy vom Feinsten und ein ungewöhnlich brillantes Tennismatch. Das Team ging gefeiert und ohne Punktverlust vom Platz.

 

 Artikel aus der BZ vom 25.01.2013: Mit em Humor wird net g´spart

Mit em Humor wird nit g’spart

 Das diesjährige Motto der Heitersheimer Malteserfunken ist auch Programm der Fasnetszeitung.

 

  1. Über den „roten Teppich“, ein Stück Folie, gelangen die Leser zur richtigen Lösung des Fasnetsknigge. Foto: Michael saurer

Für die aktuelle Ausgabe der "Funken-Blitzpost" waren viele Klammern nötig. Denn trotz einer Auflage von fast 1200 Exemplaren haben es sich die Heitersheimer Malteserfunken nicht nehmen lassen, dieses Jahr als besonderes Highlight in jede Ausgabe eigenhändig kleine Klebebilder und festgetackerte Gags einzubauen. Mit zwei Tackerklammern pro Zeitung kommt man damit auf ganze 2400 Stiche. Dank dieser mühseligen Handarbeit kann der Leser nun eine herausnehmbare rote Folie nutzen, die eine wichtige Funktion hat: Quer durch das Blatt sind Quizfragen verteilt. Um die verpixelten Antworten lesen zu können, muss man die rote Folie darüber legen – sonst erkennt man nur Buchstabensalat.

Diese interaktive "heitersche" Fasnetzeitschrift wird zur fünften Jahreszeit wieder von den Malteserfunken persönlich an Tür und Tor verteilt. Einen ganzen Tag werden die Narren durch Heitersheim und die Ortsteile ziehen und an den Haustüren die närrische Postille verkaufen. Was die glücklichen Käufer dann in den Händen halten, ist eine Wundertüte voll Wortwitz und Einfallsreichtum.

Normalerweise hat die Zeitung einen Umfang von mindestens sechzehn Seiten, dieses Mal sind es aber sogar ganze 52 geworden, auf denen sich die etwas andere Aufarbeitung eines Jahres als Ortsgeschichte voll närrischem Witz widerspiegelt. Die "Funken-Blitzpost" wartet mit rund hundert Texten auf – eine bunte Mischung aus Gedichten, Anekdoten und Kleinanzeigen. Das närrische Motto 2013 wird deutlich: "Überall wird g`spart, nur bi uns nit mit em Humor."

Die vielen Sponsoren werden nicht nur durch Anzeigen dargestellt, sondern kommen auch durch närrische Dichtungen selbst zu Wort. Kurzum: Der ganze Ort ist im Fasnetsfieber. Für einige Wochen werden Heitersheim und Umgebung also wieder zu Maltesien mit einer Konfettiregenwahrscheinlichkeit von 99 Prozent.

Zum 62. Mal erscheint die Zeitung in diesem Jahr nun schon. "Die langjährige Tradition aufrechtzuerhalten, ist uns wichtig", stellt der mitverantwortliche Redakteur Tilo Sum im Gespräch mit der BZ klar. 1952 erschien die Erstausgabe der "Funken-Blitzpost" – damals noch mit der Schreibmaschine verfasst. Die Entstehungsphase der Heitersheimer Fasnetszeitung erstreckt sich laut Tilo Sum meist übers ganze Jahr: "Wir sammeln unsere Beiträge über viele Monate hinweg und müssen uns immer wieder Notizen machen, damit wir bis zur Veröffentlichung nichts vergessen." Dieser lange Redaktionsprozess spiegelt sich auch in den originellen und kreativen Beiträgen wider.


Artikel aus der BZ vom 14.01.2013: Närrische Regenten mit Stiel und tiefen Wurzeln

 

Närrische Regenten mit Stil und tiefen Wurzeln

Die Narretei in Heitersheim hat begonnen: Prinz Peter I. und Prinzessin Stefanie I. wurden feierlich inthronisiert.

  1. Fröhliche Funken: ein Prosit auf das 62. Prinzenpaar Maltesiens. Foto: Model

 

 

HEITERSHEIM. Eine traditionsreiche und doch moderne Fasnet 2013 erwartet die Malteserfunken und das närrische Volk Maltesiens. Das jedenfalls versprach das Potenzial des 62. Prinzenpaares schon bei der Inthronisierung im Gasthof Löwen am Samstagabend. Denn Prinz Peter I. (Kaltenbach) und Prinzessin Stefanie I. (Blust) verbindet nicht nur ihr jugendliches Alter, sondern auch beruflich und närrisch einiges, was Stil und tiefe Wurzeln hat.

Ihre Regentschaft steht bereits seit der Prunksitzung 2012 fest. Seine Tollität Prinz Peter I. sollte schon im vergangenen Jahr das Narren-Zepter schwingen. Die Anfrage kam ihm jedoch zu kurzfristig, wenngleich nicht ungelegen. Er sagte für die nächste Kampagne zu und hielt sein Versprechen. Allerdings nur unter der Bedingung, dass ihm Ihre Lieblichkeit Prinzessin Stefanie I. zur Seite steht. Beide haben schon so manche Fasnet miteinander bestritten und leiten die Abteilung der Funkenwächter im Narrenverein.

Prinz Peter I., bewährte Allzweckwaffe hinter den Kulissen der Prunksitzung, stammt aus einem Hause, das viel Närrisches hervorgebracht hat. Sein Großvater Rudolf Kaltenbach ist Gründungsmitglied der Malteserfunken und war viele Jahre Elferrat sowie 1964 ebenfalls Prinz, im närrischen Gespann mit Ingrid Donner als Prinzessin. Vater Peter Kaltenbach stand 20 Jahre als Oberdörfler Kindskopf auf der Bühne. Mutter Regina und die Geschwister sind ebenfalls Funkenwächter.


In Familientraditionen verwurzelt, lernte der fast 24-jährige Prinz den Beruf des Gärtners. Er hält für die Badenweiler Thermen und Touristik GmbH (BTT) Kurpark, Kurhaus und Schlosspark in Ordnung. Nebenbei pflegt, schneidet und fällt er Bäume als selbständiger Unternehmer. In der elterlichen Gärtnerei arrangiert die 21-jährige Prinzessin und Floristin stilvoll Sträuße.

Für Malteserfunkenpräsident Markus Lukau erwies sich diese Konstellation als perfekt und sensationell zeitig arrangiert. Der obligatorische Stress, die passenden Hoheiten ausfindig zu machen, blieb ihm erspart. Nach einem festlichen Krönungsmahl schritt er mit seinem Vize Jürgen Hufschmidt entspannt zur gewohnten Zeremonie, bei der das Prinzenpaar mit allen Insignien der Macht sowie des Glanzes am Hofe Maltesiens ausgestattet und in sein befristetes Amt eingesetzt wird.

Während Zeremonienmeister Thomas Keller die Charakteristika des neuen original Oberdörfler Prinzenpaares zusammenfasste, hatten sich die Hoheiten ihren eigenen Reim gemacht. "Jetzt bin ich Prinz, ’s isch nit zum Lache. Ab Mendig kann ich nimmi schaffe", verkündete Peter I. und delegierte alle Arbeiten, bevor er sich mit "Ma-Fu-Hei" in die Narretei verabschiedete. "Jetzt werden mir mal die Blumen gebracht, die ich bisher immer selber gemacht", freute sich Prinzessin Stefanie I. und nivellierte flott den deutlichen Größenunterschied des Paares: "Un wenn einer blöd macht, weil er denkt, i bin z klei, dann schick ich ihn eifach bi mim Prinze vorbei. Mi Prinz, des isch nämlich wahrlich kei Seggel. Der het Händ so groß wie Mülleimerdeggel."

Davor hatte Bürgermeister Martin Löffler indes keine Angst. Er war vielmehr erleichtert, weil diesmal das Prinzenpaar aus Heitersheim kommt. Dass letztes Jahr neben Präsident und Vize sogar der Prinz Leihgabe aus Ballrechten-Dottingen war, habe er nur schwer verkraftet, gestand er.

 

Artikel aus der BZ vom 28.12.2012: Nutzung der Malteserhalle stellt Vereine vor Herausforderungen

Nutzung der Malteserhalle stellt Vereine vor Herausforderungen

„Fasnet 2013, überall wird g’spart, nur bi uns nit mit em Humor.“ Das Motto der Malteserfunken Heitersheim hat was. Das Kostenbewusstsein der Vereine wächst. Festzumachen ist das an dem von ihnen getragenen Fasnachtsprogramm. Es wird gestrichen, verändert und umgedacht. Die Malteserhalle mit ihren Gebühren und Auflagen (Info) drückt auf die Kassen. Kreativität und Idealismus sind gefragt.

 

  1. Die Malteserhalle in Heitersheim Foto: Sabine Model

Der Altennachmittag entfällt ganz. Er war nie rentabel, sagt Funkenpräsident Markus Lukau. Die rund 500 Euro Gebühren konnten nicht ermäßigt werden. Statt bisher zwei Sitzungen an aufeinanderfolgenden Tagen gibt es nun am Samstag, 26. Januar, die erste Prunksitzung, eine Woche später die zweite. Grund für die Entzerrung: "Samstagskarten sind begehrt. Der Freitag war stets ein Zuschussgeschäft", so Lukau. Um das Feeling der alten Festhalle hinzubekommen und Sicherheitsauflagen zu sparen, werde für jeweils 350 Personen bestuhlt. Dafür reichen zwei Drittel der Halle. Das dämpft die Kosten.

Auch die Guggemusik Strauschoeh-Schlurbi setzt Erfahrungen aus der vergangenen Kampagne in der neuen Halle um. Am 19. Januar beim Guggetreff erwartet die Gäste eine neue Barlandschaft mit Laser-Show und im Bürgersaal statt Lounge-Café eine Party mit DJ. "Die Leute wollen nicht entspannen", haben der Vorsitzende Dirk Ullwer und Chronist Oliver Hengst festgestellt. Und was nicht angenommen wird, muss geändert werden. Erwartet werden 1200 Fans. Alle sollen sich wohlfühlen, Umsatz machen und wiederkommen.

Beim Hemdklunkiball am Schmutzigen Donnerstag ist die Gugge ebenfalls federführend. Turnverein, Akkordeon, Kirchenchor und DRK helfen wieder mit. Der Musikverein ist ausgestiegen, stattdessen kommt der Malteserfanfarenzug. Die Funken lassen die Decken-Deko und die Wand-Stoffbahnen stehen. Das spart Zeit und Geld. Zünfte wurden eingeladen, um das Haus voller zu bekommen. Da letztes Mal die Rockmusik nicht gut ankam, gibt es diesmal Tanz- und Partymusik. Auch hier wird der Platz reduziert. Um die Kosten bei rund 700 zu erwartenden Gästen zu optimieren, findet der Ball in nur zwei Dritteln der Halle statt. Der Bürgersaal wird nicht einbezogen. Das Vereinszelt vor dem Eingang bleibt über Fasnacht für die Raucher stehen.

Am Fasnachtssamstag lässt der FCH den Kickerball mit "Number One" steigen und rechnet mit 1500 Besuchern. Die werden gebraucht, weil der FCH als einziger Verein an Fasnacht Tarif B, also doppelte Gebühren, zahlt. Aus Kostengründen will Vorsitzender Hermann Meier auf den Baden-FM-Service verzichten. Es sei denn, er bekommt einen Bonus für eine Doppelveranstaltung, wenn er am Rosenmontagabend einen Preismaskenball organisiert bekommt. Das ist aber noch nicht sicher.

Als einziger Verein, der sich an der Heitersheimer Fasnacht verantwortlich engagiert, kann die Stimmwerk-Familie die Vorsteuer nicht abziehen. Das heißt, die 19 Prozent Mehrwertsteuer müssen von ihm getragen werden. "Es geht uns nicht um den Gewinn", so Susanne Hauer. "Wir haben Spaß daran und sehen uns der traditionellen Fasnacht in Heitersheim verpflichtet." Mit Männerchor und Young Voices wird der Chor Intermezzo am Sonntag einen "Säng-Air-Ball" mit Flughafenflair auf die Bühne bringen. Erhofft werden in zwei Dritteln der Halle bis zu 500 Gäste. "Wir haben ein anspruchsvolles Programm", verspricht Hauer. "Denn wir wollen nach dem Wegfall des Musi-kerballs an der letzten Fasnet wieder Fans für den Sonntag mobilisieren."

Veränderungen ganz anderer Art bringt der Rosenmontag. Es soll einen traditionellen, familienfreundlichen Umzug geben, der nicht am Lindenplatz endet, sondern erst Im Stühlinger in Höhe der Klausengasse. Weil in Bad Krozingen der große Umzug am Rosenmontag mit rund 15 000 Menschen nicht mehr stattfindet, müssen die Funken damit rechnen, dass sich ihre Zahlen von 4500 verdoppeln. Möglicherweise wird außer dem FCH-Narrendorf am Lindenplatz noch ein Bewirtungszelt auf dem Parkplatz der Volksbank Staufen aufgestellt. "Wir haben schon jetzt so viele Anfragen von teilnehmenden Gruppen und Wagen wie nie und deshalb die Wahl", sagt Vize Jürgen Hufschmidt. Statt Technosound sind Fasnachtsklänge vorgeschrieben, keine Partywagen erlaubt und Konfetti nur bei gutem Wetter. Viel größer soll der Narrenaufmarsch jedoch nicht werden: maximal 65 Gruppen.




Artikel aus der BZ vom 21.02.2012: Gugge, Gutsele und Konfetti

Gugge, Gutsele und Konfetti

Die Malteserfunken ließen die Fasnachtsgeister frei und begeisterten das närrische Publikum.

Glück hatten die Narren beim Rosenmontagsumzug in Heitersheim. Die Sonne gab ihr Bestes und Konfetti durfte freizügig über Jacken und Haare ausgeschüttet werden. Ein Spaß, der bei feuchter Witterung verboten gewesen wäre. Großzügig verteilt wurde aber auch Süffiges und Süßes.

Bei der Musik gab es unterschiedliches auf die Ohren. Was dem einen gekonnte Guggemusik, war dem anderen lauter Techno-Sound. Knapp 50 Gruppen und Vereine präsentierten ein imposantes Aufgebot, wobei fast die Hälfte der ideenreichen Beiträge von heimischen Akteuren bestritten wurden.

Obligatorisch führten Traditionsfiguren wie Reitergruppe, Polizist und Kindskopf die Zugspitze an. Aber auch Strauschoeh-Schlurbi, Lochblächbläser, alte Narren und ehemalige Gardemädchen legten sich neben den Malteserfunkengruppen gewohnt phantasievoll ins Zeug. Zahlreiche Hexen, Fratzen, Furien, Wibli und Deifl reisten zu der bunten Parade aus Narrenhochburgen zwischen Auggen und Freiburg an.

Hunderte Zuschauer honorierten dies durchweg mit fröhlicher Ausgelassenheit, die im Narrendorf am Lindenplatz noch ausgiebig nachklingen konnte.

Weitere Fotos gibt es unter http://www.badische-zeitung.de


Artikel aus der BZ vom 13.02.2012: Gugge, Gutsele und Konfetti

Von wegen "nix los – tote Hos" in Heitersheim

Die Malteserfunken hauchten bei ihrer Prunksitzung der Narretei in Maltesien mit lokalen Bezügen neues Leben ein.

  1. Tote Hose in Heitersheim? Mitnichten. Die Mezzomix-Akteure zeigten, was in ihnen steckt. Foto: Sabine Model


HEITERSHEIM. Allen Malteserhallenkosten zum Trotz feuerten die Malteserfunken ihre Narrensalven an der ersten Prunksitzung vor rund 200 und an der zweiten vor etwa 400 Gästen ab. Zu erleben gab es engagierte Akteure, die fünf Stunden überraschende Aktionen unter Einsatz von Körper, Geist, Stimme und Musikverein starteten. Für den reibungslosen Ablauf gaben Präsident Markus Lukau und Vize Jürgen Hufschmidt Instruktionen zur Versammlungsstätten-Verordnung. So habe das Toilettenpapier durch Gipskartonplatten ersetzt werden müssen. Die seien zwar nicht saugfähig, aber dafür nicht brennbar. Im Dennoch-Brandfall sei Ruhe zu bewahren und das Feuer für einen geselligen Grillabend zu nutzen.

Brandgefährlich war allerdings, was die akrobatischen Straumänner im Häs "vom Bordstein bis zur Skyline" auftürmten. Noch mehr zum Staunen brachten sie ihr Publikum, als sie sich erstmals nicht nur zu Pyramiden, sondern auch zum Chor formierten: "Wir wollen Straumänner sein, an Fasnet in Heitersheim."

Freude an Vielfalt und Gesang hatten ebenso die Sulzbachgeister, die in einer Sechserformation als maskuline Bandmitglieder auftraten und mit "YMCA" und "In the Navy" für Stimmung sorgten. Einer von ihnen war Prinz Mario I., dessen Karriere vom "Kleine Hoseschisser bi de Driebellbisser" zum "ganze Kerle und Mann ohne Grenze" bei den Malteserfunken skizziert wurde.

Beim Vesper belauschen konnte man die Bauarbeiter Markus Lukau und Thomas Keller, die den Griechen nicht glauben wollten, dass die Akropolis 3000 Jahre alt sein soll. "Was mir baue, hebt grad mol 50 Johr", meinten sie. Und das nicht ohne Grund: "Wo nit verreckt, isch nit verdient." Für die Kreiselproblematik durch die neue EU-Richtlinie hatten sie in Heitersheim eine Lösung: Das Malteserkreuzgestänge abbauen und als Verstärker auf den Funksendemast montieren.

Als genfreies, aber nicht handelsübliches Gemüse präsentierten sich Pflaume (Fritz Dreyer), Karotte (Wolfram Fünfgeld), Tomate (Tilo Sum) und Lauchstange (Stefan Ehrler) mit "Jo, z‘ Heitersche isch Wuchemärt, do isch’s Lebe unbeschwert. Jo, uffem Märt, do isch’s so schen, dass mer jede Samschtig ahne gehn." Ungewöhnliche Kreuzungen wollte die Tomate mit dem Lauch freilich trotz neuem Bürgermeister nicht riskieren: "Alle Farbe sin mir recht, doch von Rot-Grün, do wird’s mer schlecht."

Kleidertechnisch bunt trieb es die Garde mal marschmäßig klassisch, dann sportlich, sexy und skandalös unter der Nummer "32 16 8". Bei ihrer Zeitreise in die 80er Jahre punkteten sie ungebremst im Schulmädchenlook mit "I can’t stop the Beat".

Die Auslosung der Nationalmannschaft für die nach Heitersheim verlegte Fußball-EM kommentierten Sonja Schrecklein (Nicole Schwab) und Franz Beckenbauer (Thomas Keller). Das Tor hütet Guido Westerwelle trotz der Gefahr, "dass er den einen oder anderen hinten rein lässt". In der Viererkette hat Ulrike Pigulowski "immer die Hand an der Wurst". Linksaußen Dieter Hennig sorgt fürs "Bunga, Bunga, täterä". Edmund Weiß soll "mit toten Winkeln die Gegner verwirren" und Jürgen Ehret als "Schiri" seine schwarze CDU-Seele überparteilich ausleben mit roten und gelben Karten auf grünem Rasen. Als Bomber fiel die Wahl auf den unschlagbaren Roland Häder.

Die Putzfrauen von der Mezzomix-Delegation des Intermezzo-Chores suchten im Dreieckland-Museum nach Dreiecksbeziehungen mit uniformierten Puppen und dem Ergebnis: "Nix los – tote Hos?!". Für diverse Geschäftsschließungen gelte inzwischen dasselbe: "Sieben Mal wirst du enttäuscht dann sein – denn in keinem Laden ist noch ein Schwein." Auch "die Fasnet sei fort, in der Halle nur Sport", aber leider kein Musikerball mehr. Doch dann gewann der Fasnets-Geist die Oberhand: "Mir len uns nit us de Halle triebe, weil mir unseri Fasnet liebe."

Das sahen die "alten Hasen" der Garde ähnlich und begeisterten als lustig-bunte Straußen-Parade. Selbst Ehrenpräsident Siggi Guckert warf in der Bütt einen verklärten gereimten Blick zurück auf seine Amtszeit, um festzustellen: "Heute isch es nit meh so. Doch lasst d’Fasnet jo nit untergoh." Während die weiblichen Hexen in Strumpfhosen über die Bühne wirbelten und die Männer sich nicht zimperlich gaben, roch es bei den Jungfunken "nach Pippi in Taka-Tuka-Land". Moderiert von der "Silbereisen"-Miniatur Philipp Höfler, gab es Musik aus Tassen oder vom virtuellen Schlagzeug, einen Tourette-Syndrom-Professor mit skurrilen Sprach-Ticks und neueste Nachrichten von Pippi und Nilson: "Sommer 2011 – ich war an allen acht Tagen dabei."


Artikel aus der BZ vom 23.01.2012: Etwas "Bauchkribbeln"

Etwas "Bauchkribbeln"

Die Inthronisierung des 61. Prinzenpaars von Maltesien hat etwas von Ballrechten-Dottingen.

 

  1. Sie wissen, was die närrische Uhr geschlagen hat: Das 61. maltesische Prinzenpaar Prinz Mario I. (Seywald) und Yvonne II. (Witte). Foto: Sabine Model

 

HEITERSHEIM. Maltesien hat sein 61. Prinzenpaar: Seine Majestät Prinz Mario I. (Seywald) und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Yvonne II. (Witte). Die feierliche Inthronisierung beim bewährten Krönungsmahl erfolgte am Samstag zur gewohnten Zeit, am gleichen Ort und mit den üblichen Verdächtigen der Malteserfunken. Die Begleitumstände der spontanen Machtübernahme innerhalb von zwei Wochen ließen Bürgermeister Martin Löffler freilich eine geplante freundlich-feindliche Übernahme des maltesischen Territoriums durch Ballrechten-Dottingen befürchten.

Die Indizien dafür liefern mehrere Faktoren: Markus Lukau, der neue Präsident der Malteserfunken, ist in Dottingen aufgewachsen. Vize Jürgen Hufschmidt hat sich in Ballrechten angesiedelt, und nun kommt auch noch der Prinz aus Oberdottingen. "Das verursacht mir ein bisschen Bauchkribbeln", gestand Martin Löffler, da er selber das Zepter noch nicht lange schwinge und es nun bereits wieder in dubiose närrische Hände abgeben müsse. Der Kollege Bernhard Fehrenbach habe in letzter Zeit so verschlagen gegrinst, fiel ihm im Nachhinein auf. Wenn er nicht wüsste, dass der Nachbarbürgermeister einen guten Charakter habe, würde ihm Schlimmes schwanen. So aber wünsche er frohes Regieren und drohte: "Am Aschermittwoch bin ich zurück."


Derweil nahm die interkommunale Narretei im Sulzbachtal ihren protokollarisch vorgeschriebenen traditionell närrischen Verlauf. Der 35-jährige Prinz Mario I. wurde von Präsident Lukau und Vize Hufschmidt mit den Insignien der Macht ausgestattet, die da sind: Amtskette, Umhang, Narrenkappe und Zepter. Zeremonienmeister Thomas Keller huldigte im amtlich formulierten Titel dem "Hoheitlichen Trucker für Hoch- und Tiefbaufahrten, zweiten Herrscher der Sulzbachgeister und sonntäglichem Kaffeeklatscher". Er nannte "den geduldeten Oberdottinger" einen "majestätischen Schorletrinker" und einen "fürstlichen BMW-Fahrer der schnellen Klasse". Wer Mario I. kennt, der weiß außerdem, dass er seine ersten Fasnachtssporen bei den Castellberger Driebelbissern in Ballrechten-Dottingen verdiente, bevor er sich vor sechs Jahren als Sulzbachanlieger den Heitersheimer Sulzbachgeistern anschloss.

Als ähnlich erfahren-abtrünnig erwies sich die Prinzessin. Mit ihren jugendlichen 23 Jahren wurde sie bei den Sulzbachgeistern groß, ist aber heute fürstliches Mitglied bei den G’schlänzten in Grißheim. Die Malteserfunken wählten die "Herrscherin über Kauleisten, Füllungen sowie Baktus und Karius" dennoch zu Ihrer Lieblichkeit. Schließlich ist die "majestätische Ox-Hockerin" immer noch eine "Sympathisantin der pyramidenbauenden Strauballen", "hoheitliche Facebook-Posterin" und "durchlauchte Heitersheimerin". Mit Umhang, Krönchen und Zepter macht sie überdies neben dem Prinzen eine gute, zierliche Figur.

Bei ihrer Antrittsrede stellten beide reimend eines klar: "Eurokrise, Schuldenbremse, Ehec-Infektion,/ Wulff-Kedite, Plagiate, hohe Inflation,/ jeden Tag ä neue Hammer,/ stohsch nur unter Schock./ Doch liebe Leut‘, mir sage Euch: Do druff hän mir kei Bock." Sie wollten stattdessen lieber singen schunkeln und lachen. Der Schlachtruf dafür war ein dreifach kräftiges "Mafu-Hei" und dann das Funkenlied. Die nötige Rückendeckung scheint das Prinzenpaar auch von zu Hause zu bekommen. "Queen-Mum" Margot Seywald ist Gründungsmitglied der Driebelbisser und langjährig fasnachtserprobt. Die Prinzessinnenmutter Silvia Polinski hat die Sulzbachgeister aus der Taufe gehoben und war 2005 Prinzengattin von Armin I. (Polinski). Beide sind nach wie vor begeistert närrisch aktiv. Auf diese funkensprühende Explosivmischung des Prinzenpaares darf man vor allem an den Prunksitzungen gespannt sein.



Artikel aus der BZ vom 10.01.2012: "Auch unter den Neuen bleibt alles beim Alten"

"Auch unter den Neuen bleibt alles beim Alten"

Malteserfunken in Heitersheim bereiten sich auf die heiße Phase der Fasnacht vor / Umzug wie immer, aber kein Musikerball.

  1. Funkenpräsident Markus Lukau verspricht eine Fasnacht wie gewohnt. Foto: Sabine model

 

 

HEITERSHEIM. Für die Narren der Region "goht’s mächtig dergege". In knapp zwei Monaten ist ihre Fasnet-Kampagne schon vorbei. Auch die Malteserfunken in Heitersheim geben Gas. Bei Präsident Markus Lukau und Vize Jürgen Hufschmidt laufen im zweiten Amtsjahr die Drähte heiß. "Wir erhalten die Traditionen, so wie es in Maltesien üblich ist", versichern sie. Ihr Credo: "Auch unter den Neuen bleibt alles beim Alten."

Dazu gehört das Prinzenpaar, das am Samstag, 21. Januar, mit üblichem Zeremoniell inthronisiert werden soll. Noch sind die Personalverhandlungen nicht abgeschlossen, gesteht der Funkenpräsident. Aber er sei guter Dinge. Denn es habe schon früher Prinzenpaare gegeben, die erst kurz vor der Krönung feststanden. Auch der Elferrat ist wieder komplett. Nachdem Michael Ambs die Narrenkappe zurückgab, fand sich Matthias Sonner, der am 11.11. in die Riege der nunmehr wieder elf närrischen Räte aufgenommen wurde. Das Motto "Un isch die Halle noch so tüer, wir zünden trotzdem ’s Fasnetfüer" setzen die Funken bei den Prunksitzungen in der Malteserhalle um. Der Kartenverkauf findet am 28. Januar von 14.11 Uhr bis 16.11 Uhr in der Schneider Straußi statt. Danach übernimmt die Raumausstattung Klein den Verkauf der Restkarten.

Schon 2011 hatten die Funken den Senioren-nachmittag mit der Generalprobe der Prunksitzung von Sonntag auf Samstag verlegt. Das kam gut an. Deshalb wird auch 2012 am Samstag, 4. Februar, dazu eingeladen. Am 10. und 11. Februar sind die zwei Hauptveranstaltungen, die für die Narren, ebenso wie der Rosenmontag eine wichtige Einnahmequelle ist.

Am schmutzigen Dunschtig wird nach der Befreiung von Schulen und Kindergärten das Rathaus gestürmt. "Auch hier ist das Programm bewährt und der Bürgermeister neu", sagt Lukau. Aber Rathauschef Martin Löffler füge sich in die Strukturen des Fastnachtsbrauchs. Begrüßt wird von den Funken, dass die Guggemusik Strauschoeh-Schlurbi am Abend den Wegfall der Wiberfasnet mit einem Hemdglunkiball ausfüllen möchte. "Wir hoffen auf viel Erfolg für die alte Tradition", meint Vize Jürgen Hufschmidt.

Wie gewohnt werden die Kinder am 17. Februar nach einem Umzug vom Lindenplatz die Malteserhalle stürmen, zählt der Präsident weitere Aktivitäten auf. Am Samstag steigt die "baden.fm Power Party on Tour" des Fußballclubs FCH. "Leider wird der Musikerball am Sonntag ersatzlos gestrichen", bedauert Lukau. Das heiße jedoch keinesfalls, dass sich die Stadtmusik aus der Fasnetszene verabschiede. "Die Kapelle begleitet wie immer unsere Prunksitzungen und den Rosenmontagsumzug", bestätigt er.

Es sei schon eine Absage des Rosenmontagsumzugs befürchtet worden, weiß Lukau. "Davon kann gar keine Rede sein", stellt er fest. Im Gegenteil. Auch Konfetti-Fans dürfen sich freuen. Bürgermeister Löffler habe das Konfettiverbot aufgehoben, sofern das Wetter trocken ist. Darauf hoffe man nun. Zudem soll das Narrrendorf am Lindenplatz statt um 18 Uhr erst um 21 Uhr enden, wenn Landratsamt und Wetter mitspielen. Dazu entschloss man sich deshalb, weil in der Halle am Abend keine Veranstaltung läuft. Der Rosenmontagsball habe sich für den FCH Förderverein nicht mehr rentiert. "Die Malteserfunken können aber selber keinen Ball ausrichten", so Lukau, "das wäre zu viel Arbeit."

Fasnetverbrennung und Scheibenfeuer stehen jedoch wie jedes Jahr auf dem Programm. Die Fasnetszeitung ist in Arbeit, eine neue Homepage auch. "Die Funken sind gerüstet. Fasnet kann kommen", verkünden die Narren.